Tourismus: So soll KI die Mitarbeiter in Tirol entlasten

Alois Rainer, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK Tirol, sieht zwischen beiden Themen einen direkten Zusammenhang. Junge Menschen würden häufig unterschätzt, erklärte Rainer. Es gebe viele, die für die Branche begeistert seien. Nun gehe es darum, ihnen entsprechende Rahmenbedingungen zu bieten und gleichzeitig zu prüfen, wie KI Mitarbeiter im Arbeitsalltag entlasten könne.
Was junge Menschen von Arbeitgebern erwarten
Welche Vorstellungen Jugendliche in Tirol von ihrem Berufsleben haben, erläuterte Heinz Herczeg, Autor der Tiroler Jugendstudie. Demnach spielen Respekt und Wertschätzung, Ehrlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Verlässlichkeit eine wichtige Rolle.
Gleichzeitig wollten junge Menschen sich weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und einen Sinn in ihrer Arbeit erkennen.
Rainer sieht darin insbesondere für kleinere und familiengeführte Tourismusbetriebe Möglichkeiten. Dort könnten persönliche Rückmeldungen, Nähe und direkte Beteiligung besonders gut umgesetzt werden. Junge Menschen sollten demnach nicht einfach in bestehende Strukturen eingepasst werden. Vielmehr gehe es darum, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass ihre Stärken zur Geltung kommen.
Auch Johannes Schranz, stellvertretender Geschäftsführer des AMS Tirol, verwies auf die Bedeutung früher Praxiserfahrungen. Schnuppermöglichkeiten, Praktika und erste Einblicke in Betriebe könnten Jugendlichen helfen, Berufe kennenzulernen und eine fundierte Entscheidung über ihren weiteren Weg zu treffen.
KI soll Mitarbeiter entlasten
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war der Einsatz künstlicher Intelligenz. Welche Möglichkeiten es dafür im Tourismus gibt, zeigte der Rückblick auf den KI-Buildathon.
Mehr als 80 Teilnehmer entwickelten dabei in 25 Teams innerhalb weniger Stunden Prototypen für Anwendungen. Die Projekte befassten sich unter anderem mit Wissen und Onboarding, Mitarbeitern, Sichtbarkeit sowie betrieblichen Abläufen in Hotellerie und Gastronomie.
Für Rainer sollte KI vor allem dort eingesetzt werden, wo sie Abläufe vereinfacht und Zeit spart. Werden Routinetätigkeiten im Hintergrund übernommen, könnten dadurch Freiräume für die eigentliche Arbeit im Tourismus entstehen – für die Betreuung der Gäste und für die Mitarbeiter.
Gerade während arbeitsintensiver Spitzenzeiten könne Technologie dabei helfen, Unternehmer und ihre Teams von administrativen Aufgaben zu entlasten. Entscheidend sei dabei der konkrete Nutzen für den jeweiligen Betrieb.
„Wir dürfen uns vor KI nicht verschließen. Dort, wo sie uns unternehmerisch hilft, setzen wir sie ein“, so Rainer.
Mensch bleibt im Mittelpunkt
Trotz des zunehmenden Einsatzes neuer Technologien soll für Rainer die persönliche Seite des Tourismus im Mittelpunkt bleiben. Je mehr Routineaufgaben technisch unterstützt oder automatisiert werden könnten, desto wichtiger würden jene Bereiche, die nicht durch Technologie ersetzt werden könnten.
„Menschlichkeit und Empathie lassen sich nicht wegrationalisieren. Gute Laune, persönliche Wertschätzung und echte Gastfreundschaft entsteht zwischen Menschen“, betonte der Spartenobmann.
Die Herausforderung für die Branche bestehe deshalb darin, beide Entwicklungen miteinander zu verbinden: jungen Menschen Perspektiven und Verantwortung zu geben und gleichzeitig neue Werkzeuge einzusetzen, die Mitarbeiter und Unternehmer im Alltag entlasten.
Für Rainer liegt genau darin eine Chance für den Tiroler Tourismus: Technologie soll dort zum Einsatz kommen, wo sie Arbeit erleichtert, während die persönliche Nähe und Gastfreundschaft weiterhin eine zentrale Rolle spielen.






