von mmh 21.09.2026 17:32 Uhr

„Von einer Generation zur nächsten“: Tag der ladinischen Kultur

Sprache, Erinnerung und Kreativität standen im Mittelpunkt: Der „Di dla Cultura Ladina“ brachte am 19. September in St. Ulrich mehrere Generationen zusammen. Unter dem Motto „Von einer Generation zur nächsten“ drehte sich der Tag um die Weitergabe von Sprache, Wissen und Traditionen. Eine Gesprächsrunde über die Zukunft des Ladinischen, Literatur, Kunst, Musik, Performances und interaktive Workshops prägten das Programm.

Am Tag der ladinischen Kultur, der am 19. September in St. Ulrich gefeiert wurde, stand die Weitergabe von Sprache und Traditionen im Mittelpunkt. (Foto: LPA/Bruno Ferdigg)

Der Vormittag gehörte der Zukunft der ladinischen Sprache. Fachleute und Vertreter der Kulturwelt diskutierten über die Perspektiven der Sprache und über die Rolle der jungen Generationen bei ihrer Weitergabe und Weiterentwicklung.

Der Übergang zwischen den Generationen wurde auch über die kulinarische Tradition greifbar. In einem Workshop lernten junge Menschen, wie man Knödel zubereitet, eine Gelegenheit zum Austausch und zur Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten.

Nachmittag: Preise, Kunst und Kreativität

Am Nachmittag standen Literatur, Kunst, Musik, Aufführungen, Workshops und interaktive Aktivitäten auf dem Programm, die Menschen aller Generationen einbezogen. Zu den Höhepunkten zählten mehrere Preisverleihungen:

Der Merit Ladin ging an den ersten ladinischen Schulamtsleiter Franz Vittur, der im Juni 2026 verstorben ist. In einer Laudatio zeichnete Carlo Suani seinen Lebensweg und sein Wirken nach und würdigte Vitturs Andenken und seinen Einsatz für die ladinische Schule und Kultur.

Der Ert X Merit Ladin-Preis wurde an die Künstlerin Christine Runggaldier verliehen. Sie gewann den Wettbewerb mit ihrem Werk „Deventé“.

Außerdem wurden die Gewinner der Literaturwettbewerbe Scribo und Scribo Junior ausgezeichnet. Die Wettbewerbe sind der Kreativität und dem literarischen Schaffen in ladinischer Sprache sowie der Förderung des Schreibens über die Generationen hinweg gewidmet.

„Deberieda“ ist das ladinische Wort des Jahres

Bekannt gegeben wurde zudem das ladinische Wort des Jahres. Die Teilnehmer wählten es aus allen „Wörtern der Woche“, die im Laufe des Jahres vorgestellt worden waren. Das Rennen machte „deberieda“, auf Deutsch „gemeinsam“.

Alfreider: „Wie lebendig die ladinische Kultur ist“

Landesrat für ladinische Kultur Daniel Alfreider zog eine positive Bilanz: „Der ‚Di dla Cultura Ladina‘ hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig die ladinische Kultur ist und wie sehr sie Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringen kann. Von der Auseinandersetzung mit der Zukunft der Sprache bis hin zur Weitergabe von Wissen und Traditionen hat der Tag Erinnerung, Gegenwart und Zukunft miteinander in Dialog gebracht. Möglich wurde dies auch durch die große Beteiligung der ladinischen Kulturvereine, denen ich für ihren wertvollen Einsatz danke.“

Comploi: Hinter dem Tag steht die Arbeit vieler

Auch André Comploi, Direktor der ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion, betonte: „Hinter einem Tag wie diesem steht die Arbeit vieler Menschen.“ Er dankte insbesondere dem Organisationsteam für den Einsatz bei Vorbereitung und Durchführung. Sein Dank galt ebenso den wichtigsten Partnern dieser Ausgabe: dem Istitut Ladin Micurá da Rü, der Union Generela di Ladins dla Dolomites, dem Circolo-Lia Mostra d’Ert und dem Museum Ladin Ciastel de Tor. Dazu kamen alle Institutionen, die zahlreichen Vereine der ladinischen Täler und alle, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben. Jeder habe einen eigenen Beitrag geleistet und damit eine Veranstaltung voller Begegnungen und gemeinsamer Momente ermöglicht.

Beim „Di dla Cultura Ladina“ wurde eine lebendige und sich ständig weiterentwickelnde ladinische Kultur sichtbar, die ihre Erinnerung bewahrt und zugleich den Blick in die Zukunft richtet.

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