von mmh 21.09.2026 14:58 Uhr

Spritpreise in Tirol: Wirtschaftskammer will Entlastung statt neuer Gremien

Die hohen Spritpreise setzen Tiroler Haushalte und Betriebe massiv unter Druck. Für Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, steht deshalb fest: Es braucht spürbare Entlastung. Ein neuerlicher Anti-Teuerungsrat würde ihrer Ansicht nach vor allem eines kosten, nämlich wertvolle Zeit. „Ein Anti-Teuerungsrat macht keinen Liter Sprit billiger. Wir brauchen keine neuen Gesprächsrunden, sondern Maßnahmen, die bei den Menschen und Betrieben tatsächlich ankommen“, stellt Thaler klar.

Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol. (Bild: © Thomas Schrott)

Auch von weiteren Preisregulierungen und staatlichen Eingriffen in den Markt hält die Wirtschaftskammer Tirol nichts. Die Erfahrungen mit der Spritpreisbremse hätten gezeigt, wie problematisch solche Maßnahmen sein können. Nicht ohne Grund bleibe der Eingriff in die Margen inzwischen ausgesetzt.

Thaler warnt: „Preise lassen sich nicht einfach per Verordnung nach unten drücken. Wer in die Preisbildung eingreift, riskiert neue Verzerrungen, ohne das eigentliche Problem zu lösen.“

Dort ansetzen, wo der Staat selbst mitverdient

Wer Haushalte und Betriebe tatsächlich entlasten wolle, müsse aus Sicht der Wirtschaftskammer dort ansetzen, wo der Staat selbst einen direkten Hebel hat: bei Steuern und Abgaben. Dazu gehört auch die CO₂-Bepreisung. Die Wirtschaftskammer Tirol unterstützt deshalb den Ansatz der Arbeiterkammer, diese Belastung angesichts der hohen Energie- und Mobilitätskosten auf den Prüfstand zu stellen.

Für Thaler liegt der Ansatzpunkt klar auf der Hand: „Gerade an der Zapfsäule fährt der Staat bei jedem Liter kräftig mit. Deshalb müssen auch Steuern und CO₂-Bepreisung auf den Prüfstand. Bevor neue Gremien geschaffen werden, sollte die öffentliche Hand zuerst dort entlasten, wo sie selbst den Hebel in der Hand hat.“

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