Krankenhaus Bruneck: 34 Mitarbeiter ohne Zweisprachigkeit

Vor allem Italiener ohne Zweisprachigkeitsnachweis
Die Landtagsanfrage stammt von den Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit. Laut der am Freitag übermittelten Antwort gehören 923 Beschäftigte der deutschen, 107 der italienischen und 112 der ladinischen Sprachgruppe an. Insgesamt verfügen 1.108 Mitarbeiter über einen Zweisprachigkeitsnachweis.
Bei den 34 Mitarbeitern ohne Nachweis handelt es sich um 18 Personen aus der ärztlichen Führung, vier nichtärztliche sanitäre Führungskräfte sowie zwölf Beschäftigte im Pflegebereich. 24 der Betroffenen gehören der italienischen Sprachgruppe an, neun der deutschen und einer der ladinischen.
Keine Prüfung möglicher Konsequenzen
Auch nach möglichen Konsequenzen für einen Arzt, gegen den im Zusammenhang mit dem Anlassfall ein Verstoß gegen die Zweisprachigkeitspflicht im Raum steht, wurde gefragt.
Eine konkrete Prüfung sei laut Landesrat Messner jedoch nicht möglich gewesen. Die Angaben in der Anfrage hätten nicht ausgereicht, um den Vorfall einer bestimmten Person oder einem konkreten Behandlungsfall zuzuordnen. Name des betroffenen Patienten, Datum des Vorfalls und Name des behandelnden Arztes seien nicht genannt worden.
Für Situationen, in denen sich Arzt und Patient aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten nicht ausreichend verständigen können, sieht der Sanitätsbetrieb verschiedene Möglichkeiten vor. Zunächst können Pflegekräfte oder weitere Ärzte mit entsprechenden Sprachkenntnissen hinzugezogen werden. Reicht dies nicht aus, steht der Dienst für kulturelle und sprachliche Mediation zur Verfügung. Dieser bietet eine telefonische Sprachvermittlung rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche sowie bei Bedarf Mediatoren vor Ort.
Ärztemangel erschwert Vorgaben
Gesundheitslandesrat Messner entschuldigt den Umstand mit dem angeblich bestehenden Ärztemangel. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb sei deshalb auch auf Ärzte mit freiberuflichen Aufträgen angewiesen. Für diese bestehe keine Verpflichtung, einen Zweisprachigkeitsnachweis vorzulegen. Die Möglichkeiten, in diesen Fällen entsprechende Sprachkenntnisse einzufordern, seien daher begrenzt.
Um die Sprachkenntnisse des Personals zu verbessern, biete der Sanitätsbetrieb laufend Sprachkurse an. Zudem sollen die Mitarbeiter durch Sensibilisierungsmaßnahmen dazu angehalten werden, auf die sprachlichen Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Dies gelte laut Messner besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen, die während einer Behandlung häufig einen erhöhten Unterstützungsbedarf hätten.






