von ih 14.09.2026 08:57 Uhr

Klare Regeln für KI-Bilder

Künstliche Intelligenz ist längst Teil der Fotografie. Mit neuen Vorgaben des europäischen AI Acts soll nun klarer werden, wann Bilder als künstlich erzeugt oder wesentlich verändert gekennzeichnet werden müssen.

Symbolbild / KI-generiert

Seit August 2026 gelten weitere Bestimmungen des europäischen AI Acts. Für die Kreativbranche ist dabei insbesondere Artikel 50 relevant. Er soll sicherstellen, dass erkennbar bleibt, ob es sich bei einem Bild um eine reale Aufnahme oder um einen von KI erzeugten beziehungsweise wesentlich manipulierten Inhalt handelt.

Nicht jede Bearbeitung mit künstlicher Intelligenz muss allerdings gekennzeichnet werden. Klassische Retuschen sowie Anpassungen von Licht, Farbe oder Kontrast bleiben möglich, solange dadurch die Aussage und der Wahrheitsgehalt des Bildes nicht verändert werden. Anders sieht es bei vollständig KI-generierten Bildern und sogenannten Deepfakes aus. Hier ist Transparenz vorgeschrieben. Auch wesentlich veränderte Aufnahmen können unter die Kennzeichnungspflicht fallen.

Für Harald Wisthaler, Obmann der Fotografen und Filmer im lvh, steht dabei vor allem das Vertrauen in Bilder im Mittelpunkt. KI eröffne neue kreative Möglichkeiten und erleichtere die Arbeit, gleichzeitig müsse aber nachvollziehbar bleiben, was tatsächlich fotografiert und was künstlich erzeugt wurde.

Neben den gesetzlichen Vorgaben spielen auch die Wünsche der Auftraggeber eine wichtige Rolle. Unternehmen können Wert auf authentische Aufnahmen legen und inhaltliche Veränderungen durch KI ausschließen. Besondere Sensibilität sei zudem gefragt, wenn abgebildete Personen mithilfe künstlicher Intelligenz verändert werden.

Auch bei der eigenen Werbung sollten Betriebe genau abwägen. Ein entsprechend gekennzeichnetes KI-Bild macht deutlich, dass es keine reale Aufnahme ist. Ob dies zur Werbebotschaft und zum gewünschten Auftritt eines Unternehmens passt, müsse jeder Betrieb selbst entscheiden.

Der lvh sieht deshalb auch Schulungen und Sensibilisierung als wichtigen Bestandteil des Umgangs mit KI. Für die Fotobranche bedeuten die neuen Regeln vor allem mehr Orientierung: KI bleibt ein wichtiges Werkzeug, gleichzeitig sollen Transparenz und klare Absprachen das Vertrauen in professionelle Bilder sichern.

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