NEOS kritisieren Tirols Kinderbetreuung

Für NEOS-Klubobfrau Birgit Obermüller klaffen Anspruch und Realität bei der Kinderbetreuung in Tirol noch deutlich auseinander. Während die Landesregierung betone, dass Kinderbildung nicht davon abhängen dürfe, wo ein Kind aufwächst oder welche finanziellen Möglichkeiten die Eltern haben, sehe die Situation bei den Elternbeiträgen weiterhin ganz anders aus.
In einigen wenigen Gemeinden werde die Kinderbetreuung kostenlos angeboten. In anderen Orten müssten Eltern für einen Ganztagsplatz in einer Kinderkrippe 600 Euro oder mehr bezahlen.
„Von Wahlfreiheit kann dabei keine Rede sein“, kritisiert Obermüller. In vielen Tiroler Gemeinden gebe es ausschließlich private Kinderkrippen. Eltern hätten dort keine Möglichkeit, auf ein günstigeres Angebot auszuweichen. Wer Beruf und Familie miteinander vereinbaren müsse, habe damit faktisch keine Alternative.
Unterschiedliche Fördermodelle der Gemeinden
Ein wesentlicher Grund für die Unterschiede liegt laut Obermüller in der unterschiedlichen Unterstützung privater Kinderbetreuungseinrichtungen durch die Gemeinden.
Während manche Gemeinden einen bestimmten Betrag pro Kind bezahlen, übernehmen andere Gemeinden beispielsweise Personalkosten, gewähren Pauschalen oder stellen Räumlichkeiten zur Verfügung.
Private Kinderkrippen seien zwar eine unverzichtbare Säule der Kinderbildung in Tirol und benötigten daher finanzielle Planungssicherheit. Die unterschiedlichen Fördermodelle dürften laut Obermüller aber nicht dazu führen, dass Familien abhängig von ihrem Wohnort unterschiedlich hohe Beiträge bezahlen müssen.
Forderung nach klaren Standards
Die NEOS sehen deshalb das Land Tirol in der Verantwortung. Es brauche klare Empfehlungen und transparente Förderstandards, damit sich die Elternbeiträge zwischen den Gemeinden stärker annähern.
„Leistbare Kinderbetreuung darf nicht von der Postleitzahl abhängen“, fordert Obermüller.
Kritisch sieht die NEOS-Klubobfrau auch den von Bildungslandesrätin Cornelia Hagele eingeräumten Zeitraum von bis zu fünf Jahren für die Gemeinden.
„600 Euro und mehr ist für viele Familien kein echtes Angebot“
Von einem Tiroler „Leuchtturmprojekt“ könne aus Sicht der NEOS erst gesprochen werden, wenn nicht nur ein Betreuungsplatz vermittelt werde, sondern dieser für die Familien auch tatsächlich leistbar sei.
„Ein Platz um 600 Euro und mehr ist für viele Familien kein echtes Angebot“, so Obermüller.
Der Rechtsanspruch auf die Vermittlung eines Kinderbetreuungsplatzes sei zwar ein wichtiger Schritt. Nun müsse jedoch der nächste folgen: leistbare Kinderbildung für jedes Kind in Tirol – unabhängig von Einkommen und Wohnort.






