von lif 11.09.2026 12:13 Uhr

Kopftuchverbot sorgt für erste Konflikte an Schulen

Seit Schulbeginn gilt in Österreich das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14. Im Burgenland und in Niederösterreich war die Lage nach Einschätzung der Gewerkschaft insgesamt ruhig. Anders in Wien.

APA/THEMENBILD

Bei einer Blitzumfrage unter den 550 Volks-, Mittel- und Sonderschulen seien „flächendeckend“ zumindest einzelne Problemfälle gemeldet worden, sagt Thomas Krebs, Vizevorsitzender im Zentralausschuss der Wiener Landeslehrer. Konflikte gebe es durchaus schon in den Volksschulen, häufiger aber in der Sekundarstufe.

Bereits am Dienstag und Mittwoch seien viele Mädchen mit ihren Eltern in die Direktion zitiert worden, weil sie das Kopftuch trotz Aufforderung nicht ablegen wollten. Rund die Hälfte der Fälle konnte geklärt werden, etwa weil die Eltern ihre Tochter nur aus Unwissenheit mit Kopftuch geschickt hatten. Wo niemand einlenkte, wanderte das Verfahren in die Bildungsdirektion. Bei weiteren Verstößen drohen den Eltern Verwaltungsstrafen bis zu 800 Euro, auch mehrfach.

„Nicht das dringendste Problem“

An den Wiener Gymnasien sind Verstöße bislang kein großes Thema. Die Aufklärungsphase der vergangenen Monate dürfte Wirkung gezeigt haben, meint Irini Tzaferis aus der AHS-Bundesvertretung. Das dringendste Problem sei ohnehin nicht das Kopftuch, sondern die Arbeit mit den Burschen: „Wir haben da nicht nur islamistisch angehauchte Burschen, sondern auch Burschen, die sich in der sogenannten Manosphere wohlfühlen oder die zum Rechtsextremismus tendieren.“ Hier brauche es ein ordentliches Maßnahmenpaket.

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