von ih 09.09.2026 18:00 Uhr

SVP stimmt im Landtag gegen das Unterland

Im Südtiroler Landtag ist am Mittwoch ein Streit um die Zukunft des Senatswahlkreises Bozen-Unterland entbrannt. Die Süd-Tiroler Freiheit wollte ein klares Signal gegen eine Teilung des Unterlandes setzen – doch der Antrag scheiterte an der SVP.

Landeshauptmann Arno Kompatscher

Im Mittelpunkt steht der umstrittene Vorschlag zur Aufteilung des Wahlkreises. Demnach sollen Bozen, Leifers, Pfatten und Branzoll künftig einen eigenen Wahlkreis bilden. Das restliche Unterland würde mit dem Burggrafenamt und dem Vinschgau zusammengelegt. Die Süd-Tiroler Freiheit sieht darin keinen neutralen Zuschnitt, sondern eine politische Verschiebung zugunsten italienischer Rechtsparteien.

Bislang hat der Wahlkreis Bozen-Unterland eine besondere Rolle gespielt: Wer dort erfolgreich sein wollte, musste auf die Stimmen der deutsch- und italienischsprachigen Bevölkerung setzen. Nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit könnte dieses Prinzip durch die geplante Neuordnung ins Wanken geraten. Profitieren würden vor allem Kandidaten des italienischen rechten Lagers.

SVP stimmt gegen Antrag

Für zusätzlichen Ärger sorgt das Abstimmungsverhalten der SVP.

Die Oppositionsparteien stellten sich geschlossen hinter den Antrag, die SVP lehnte ihn hingegen ab. Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert dabei nicht nur das Abstimmungsergebnis, sondern auch das Schweigen der SVP im Zusammenhang mit den Plänen von Kammerabgeordnetem Alessandro Urzì. Bereits im Parlament habe lediglich SVP-Abgeordneter Manfred Schullian gegen den ursprünglichen Urzì-Antrag gestimmt.

Für die Süd-Tiroler Freiheit ist damit eine Grenze erreicht. Sie fordert von der SVP, gegenüber den italienischen Rechtsparteien deutlich härter aufzutreten. Sollte der Angriff auf den Wahlkreis und damit aus ihrer Sicht auf die Autonomie nicht gestoppt werden, müsse die SVP Konsequenzen ziehen und die Koalition mit Fratelli d’Italia und Forza Italia in Bozen aufkündigen.

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