von lif 08.09.2026 12:32 Uhr

Wolf ohne Verordnung erschossen

Ein toter Wolf und sechs gerissene Ziegen: Ein Vorfall im Pitztal beschäftigt nun die Behörden. Denn für den Abschuss lag keine gültige Verordnung vor.

Bild: APA/AFP

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Sonntag. Am Vormittag hat ein Wolf auf einer Heimweide nahe einer Siedlung in Arzl im Pitztal im Bezirk Imst sechs Ziegen gerissen. Aufgrund des Rissbildes mit massiven Kehlbissen ist von einem Wolf als Verursacher auszugehen. Am Abend wurde dann im selben Bereich ein Wolf erlegt. Das bestätigte das Land Tirol gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Das Brisante daran ist, dass für das betreffende Jagdgebiet keine der sonst üblichen Abschussverordnungen des Landes vorlag. 

Die Verantwortlichen erinnern daran, dass sogenannte Schad- und Risikowölfe in Tirol nur entnommen werden dürfen, wenn entweder eine Maßnahmenverordnung besteht oder „Gefahr in Verzug“ ist. Letzteres bedeutet, dass Leben oder Gesundheit von Nutztieren in einem ausgewiesenen Alpschutzgebiet oder auf einer landwirtschaftlichen Weidefläche gegenwärtig gefährdet oder unmittelbar bedroht sind. Ob diese Voraussetzungen im Fall von Arzl vorlagen, sei nun Gegenstand von Erhebungen.

Der Kadaver des Wolfes wurde inzwischen von einem Amtstierarzt begutachtet, DNA-Proben wurden bereits genommen. Diese gehen an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Mit den Ergebnissen der DNA-Analyse wird in den kommenden Wochen gerechnet.

APA/UT24 

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