von mmh 08.09.2026 08:16 Uhr

Nur eine Woche zuvor gelernt: Monika rettet Mann mit Herzdruckmassage

Ein gemütlicher Fernsehabend wird für ein Ehepaar aus Fritzens plötzlich zum Wettlauf gegen die Zeit. Manfred erleidet einen Herzinfarkt und bricht zusammen. Seine Frau Monika reagiert sofort – nur eine Woche zuvor hatte sie einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Ihr schnelles Handeln rettet ihm vermutlich das Leben.

(Symbolbild von succo auf Pixabay)

Es ist der 4. März 2026. Monika und ihr Mann Manfred aus Fritzens lassen den Abend gemütlich auf der Couch ausklingen. Kurz nach 21 Uhr nimmt der Abend jedoch eine dramatische Wendung.

Monika sieht, wie ihr Mann von der Couch rutscht. Was zunächst nach einem unglücklichen Moment aussieht, erweist sich schnell als medizinischer Notfall. Manfred reagiert nicht mehr und atmet nicht.

Monika beginnt sofort mit der Herzdruckmassage

Monika weiß, was nun zu tun ist. Erst eine Woche zuvor hatte sie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Sie überprüft den Zustand ihres Mannes und setzt umgehend den Notruf unter 144 ab.

Auch der Disponent in der Leitstelle Tirol erkennt die Situation sofort. Während sich die Rettungskräfte auf den Weg machen, leitet er Monika telefonisch bei der Herzdruckmassage an.

Bis zum Eintreffen der Rettung ist sie auf sich allein gestellt. Wenige Minuten später treffen die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens ein und übernehmen die Versorgung.

Der diensthabende Notarzt und Chefarzt des Roten Kreuzes Tirol, Thomas Fluckinger, schildert die dramatischen Minuten: Als die Rettungskräfte eintrafen, konnten sie Manfreds Kreislauf wieder stabilisieren. Anschließend wurde er so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht.

Dort bestätigte sich die Verdachtsdiagnose: Manfred hatte einen akuten Hinterwandinfarkt erlitten. Ohne das schnelle und beherzte Eingreifen seiner Frau hätte er laut Fluckinger wohl kaum eine Überlebenschance gehabt. Nach einer Stent-Operation konnte sich Manfred wieder erholen.

Wenn jede Minute zählt

Der Fall aus Fritzens zeigt, wie entscheidend Erste Hilfe bereits vor dem Eintreffen der Rettungskräfte sein kann. Dabei gehe es vor allem um wenige grundlegende Handgriffe, den Mut zum Handeln und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Ersthelfer überbrücken die entscheidende Zeit bis zum Eintreffen der Rettung. Genau deshalb seien regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse und Auffrischungen wichtig, erklärt Thomas Fluckinger. Sie würden nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Sicherheit und Handlungskompetenz geben, damit Menschen in einem medizinischen Notfall rasch handeln und nicht zögern.

20.050 Menschen in Erster Hilfe ausgebildet

Wie wichtig Erste Hilfe in Tirol genommen wird, zeigen auch die Zahlen des Roten Kreuzes. Im Jahr 2025 wurden rund 1.650 Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung durchgeführt. Dabei bildeten die Mitarbeiter des Roten Kreuzes insgesamt 20.050 Menschen in Erster Hilfe aus.

Die Zahlen bewegen sich damit ungefähr auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Neben dem 16-stündigen Erste-Hilfe-Grundkurs gibt es unter anderem Auffrischungskurse, Führerscheinkurse und Kinder-Notfallkurse.

Eine besondere Rolle spielen auch die Schulen. Über das Jugendrotkreuz werden jedes Jahr Hunderte Schüler mit den Grundlagen der Ersten Hilfe vertraut gemacht. Dadurch sollen junge Menschen nicht nur lernen, was in einer Notsituation zu tun ist. Erste Hilfe soll auch als selbstverständlicher Teil des gesellschaftlichen Miteinanders vermittelt werden.

Manfred wieder auf den Beinen

Für Manfred ist die dramatische Nacht inzwischen überstanden. Bereits eine Woche nach seinem Herzinfarkt konnte er gemeinsam mit seiner Frau den ersten Spaziergang unternehmen.

Das Ehepaar ist seit 40 Jahren verheiratet und möchte noch viele gemeinsame und gesunde Jahre verbringen. Dass dies möglich ist, liegt auch daran, dass Monika im entscheidenden Moment wusste, was zu tun war:

Prüfen – Rufen – Drücken.

Der Welttag der Ersten Hilfe findet jedes Jahr am zweiten Samstag im September statt. Er wurde vom Internationalen Roten Kreuz ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Erste Hilfe in der Öffentlichkeit zu stärken.

Auch Thomas Fluckinger war am 4. März gemeinsam mit Notfallsanitäter Wilhelm Hölbling, einem Rettungsteam und einem Team Österreich Lebensretter an der medizinischen Versorgung von Manfred beteiligt. Sein Fazit ist eindeutig: Erste Hilfe beginnt nicht erst mit dem Eintreffen der Rettung, sondern bereits bei jenem Menschen, der als Erster vor Ort ist und den Mut hat zu helfen – so wie Monika.

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