von lif 08.09.2026 13:38 Uhr

Handwerk begrüßt „Made in Europe“

Die EU-Kommission will bei öffentlichen Ausschreibungen stärker auf europäische Wertschöpfung setzen. Laut einem Verordnungsentwurf sollen öffentliche Auftraggeber Angebote aus Europa künftig bevorzugen können, wenn mindestens 50 Prozent der Wertschöpfung innerhalb der EU entstehen. Zudem sieht der Entwurf eine deutliche Abkehr vom reinen Billigstpreisprinzip vor.

lvh-Direktor Walter Pöhl (Bild: Alan Bianchi)

Für den Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) ist das eine langjährige Forderung. „Diese Entwicklung ist ein wichtiges Signal für die heimische Wirtschaft und insbesondere für das Handwerk“, betont Direktor Walter Pöhl. „Unsere Betriebe stehen für Qualität, kurze Lieferketten, hohe Sozial- und Umweltstandards sowie verlässliche Dienstleistungen. Diese Faktoren müssen bei öffentlichen Vergaben stärker gewichtet werden als bislang.“

Wie sehr das Thema an Bedeutung gewinnt, zeigt sich auch bei der Versammlung des nationalen Handwerksverbandes in Rom, an der Pöhl teilnimmt. Die künftige Ausrichtung des Vergabewesens zählt dort zu den zentralen wirtschaftspolitischen Themen. „Öffentliche Aufträge dürfen nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Preis vergeben werden“, so Pöhl. „Wer auf Qualität, Nachhaltigkeit und regionale beziehungsweise europäische Wertschöpfung setzt, schafft langfristig einen Mehrwert für die Gesellschaft.“

Besonders positiv bewertet der lvh.apa die Möglichkeit, europäische Produkte gezielt zu fördern. In einer angespannten geopolitischen Lage sei es entscheidend, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. „Wenn öffentliche Investitionen verstärkt in europäische Unternehmen fließen, profitieren davon Beschäftigung, Innovation und die Versorgungssicherheit innerhalb der EU. Davon können auch viele Südtiroler Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe profitieren“, so Pöhl. Der Verband hofft auf eine rasche Umsetzung.

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