CDU unter Druck: Merz warnt vor „kompletter Zerstörung“

Merz warnte demnach vor der möglichen Entwicklung hin zu einer „rechtsradikalen Regierung“ und einem „rechtsradikalen Ministerpräsidenten“ in dem ostdeutschen Bundesland. Die Auswirkungen des Wahlergebnisses gingen aus seiner Sicht jedoch weit über Sachsen-Anhalt hinaus.
„Tektonische Erschütterung unseres Parteiensystems“
Deutschland verfüge zwar über eine starke Verfassung und über die notwendigen Instrumente, um „sich gegen eine rechtsradikale Landesregierung zu stellen“, erklärte Merz lau„Bild. Gleichzeitig sprach er von einer „tektonischen Erschütterung unseres Parteiensystems“.
Besonders deutlich wurde der CDU-Chef mit Blick auf seine eigene Partei. „Das erschüttert unsere Partei bis in die Grundfesten“, wird Merz zitiert. Man könne deshalb nicht einfach zur Tagesordnung übergehen – weder die CDU noch die Bundesregierung.
Das Wahlergebnis sei ein Zeichen dafür, dass die CDU die Wahl „dramatisch verloren“ habe. Für die Partei bedeute dies eine „tiefe Zäsur“.
Merz sieht fehlenden Zugang zu den Menschen
Laut dem Bericht äußerte sich Merz auch selbstkritisch. Der CDU sei es nicht gelungen, einen ausreichenden emotionalen Zugang zu den Menschen herzustellen. Der Politik fehle demnach die „emotionale Unterstützung der Bevölkerung“.
„Das können wir nicht ignorieren“, soll Merz im CDU-Bundesvorstand betont haben.
Die schwierige Lage der CDU ordnete der Kanzler laut Bild zudem in einen internationalen Zusammenhang ein. Dabei verwies er dem Bericht zufolge ausdrücklich auf Glückwünsche aus Moskau und den USA an die AfD.
Appell an Geschlossenheit
Gleichzeitig richtete Merz einen deutlichen Appell an die eigene Parteiführung. Probleme müssten innerhalb des Führungskreises offen angesprochen werden. Öffentliche Äußerungen gegen die eigene Partei würden hingegen der gesamten CDU schaden, warnte der Parteichef laut Bild.
Als Ziel der politischen Konkurrenz bezeichnete Merz demnach die „komplette Zerstörung der CDU“. Eine Zusammenarbeit schloss er deshalb klar aus.
Die CDU stehe weiterhin „auf dem Fundament von Adenauer und Kohl“, machte Merz laut Bericht abschließend deutlich.






