Mattarella und Van der Bellen mit Verdienstorden ausgezeichnet

Im Rahmen der Feier zum Tag der Autonomie am 5. September richtete sich der Blick auch auf die Geschichte Südtirols und auf jene Persönlichkeiten, die laut Landeshauptmann Arno Kompatscher zur Sicherung und Weiterentwicklung der Autonomie beigetragen haben.
Mattarella und Van der Bellen wurden dabei für ihr Engagement im Zusammenhang mit der Südtirol-Frage, dem Schutz von Minderheiten und der Weiterentwicklung der Autonomie geehrt.
Kompatscher würdigt Mattarellas Rolle
In seiner Laudatio bezeichnete Kompatscher Sergio Mattarella als einen der wichtigsten Unterstützer der Südtirol-Autonomie innerhalb der italienischen Politik. Der italienische Staatspräsident sei seit mehr als vier Jahrzehnten eng mit Südtirol verbunden und kenne die Besonderheiten des Landes wie kaum ein anderer italienischer Politiker.
Als Parlamentarier habe sich Mattarella für die Sonderautonomie eingesetzt. Später habe er wichtige Zuständigkeiten und Vermögenswerte an Südtirol mit auf den Weg gebracht. In seinem Amt als Staatspräsident sei er schließlich zu einem verlässlichen Garanten der Autonomie geworden und habe Südtirol stets mit Rat begleitet.
Kompatscher betonte, dass die Autonomie das Ergebnis schwieriger Verhandlungen, des Mutes zum Kompromiss sowie des Vertrauens in Rechtsstaatlichkeit, Völkerrecht, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit sei.
Lob für Van der Bellen
Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen erhielt deutliche Anerkennung. Kompatscher hob vor allem dessen überzeugte europäische Haltung und seine persönliche Verbundenheit mit Tirol hervor.
Van der Bellen habe aufgrund seines Verständnisses für die Geschichte des Landes ein besonderes Gespür für die Anliegen Südtirols entwickelt. Besonders betont wurde außerdem sein Einsatz für die Zusammenarbeit zwischen Wien und Rom. Diese beruhe auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung und habe dazu beigetragen, die gemeinsame Entwicklung der Autonomie in eine gelebte und erfolgreiche Praxis zu überführen.
Auch für die Europaregion Tirol-Südtirol-Welschtirol setze sich Van der Bellen engagiert ein.
„Ein Erbe, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen“
Kompatscher verband die Ehrungen zugleich mit einem Blick auf die Zukunft Südtirols. Angesichts der politischen Leistungen der beiden Staatspräsidenten wünsche er sich ein Südtirol, das verantwortungsvoll mit diesem Erbe umgehe.
Das Land solle seinen Menschen mit ihren Wurzeln und Traditionen Heimat geben und gleichzeitig weltoffen, europäisch und mehrsprachig sein. Aus der Vergangenheit müsse Südtirol seine Lehren ziehen und zugleich zuversichtlich nach vorne blicken.
Die heutige Südtirol-Autonomie gelte weltweit als Beispiel für friedliche Konfliktlösung und Minderheitenschutz, erinnerte der Landeshauptmann.






