von mmh 04.09.2026 10:46 Uhr

Schädling auf dem Vormarsch: Hubschrauber startet Bekämpfung

In mehreren Gemeinden des Vinschgaus wird ab dem 10. September gegen den Kiefernprozessionsspinner vorgegangen. Ein biologisches Präparat wird dabei aus einem Hubschrauber auf betroffene Kiefernwälder ausgebracht. Grund für die mehrtägige Aktion ist der starke Befall, der bereits im vergangenen Winter auf mehr als 500 Hektar festgestellt wurde.

Prozessionsspinner entwickeln sich über den Winter bevorzugt in Schwarzkiefern, wo sie die typischen Seidennester bilden. In Südtirol ist der Vinschgau jenes Gebiet, wo sie am häufigsten vorkommen: Besonders die Schwarzkiefernwälder im Mittelvinschgau weisen einen starken Befall durch diese Schmetterlingsart auf. (Foto: LPA/Forstinspektorat Schlanders)

Bereits im vergangenen Jahr war der Befall durch den Kiefernprozessionsspinner stark ausgeprägt. Auch für den kommenden Winter und das Frühjahr wird erneut mit einem massiven Auftreten gerechnet.

Betroffen sind vor allem die Schwarzkiefernwälder im Mittelvinschgau. Die Bekämpfungsaktion startet am Donnerstag, 10. September, und betrifft die Gemeinden Schlanders, Latsch, Laas und Schluderns.

Laut Andreas Platter, Direktor des Forstinspektorats Schlanders, wird der Einsatz mehrere Tage dauern. Im Jänner dieses Jahres war auf mehr als 500 Hektar ein starker Befall festgestellt worden.

Die letzte Bekämpfung hatte Ende September vor drei Jahren stattgefunden. Seither nahm der Befall in den vergangenen Jahren teilweise deutlich zu.

Auch neue Gebiete betroffen

Die für den Prozessionsspinner typischen weißen Gespinstnester sind im September zwar noch nicht zu sehen. Aufgrund der hohen Zahl an Eigelegen und ersten Gespinstnestern pro Baum wird jedoch von einer weiteren Ausbreitung ausgegangen.

Mittlerweile werden auch Flächen in Seitentälern sowie Gebiete in immer größeren Höhen vom Kiefernprozessionsspinner befallen.

Biologisches Mittel kommt zum Einsatz

Zur Bekämpfung wird ab dem 10. September das biologische Präparat Bacillus thuringiensis aus einem Hubschrauber über den betroffenen Wäldern verteilt.

Durchgeführt wird die Aktion vom Landesforstdienst in Abstimmung mit der Universität Padua und mit Genehmigung des Gesundheitsministeriums.

Das eingesetzte Präparat ist laut Landesforstdienst für Menschen und Tiere nicht schädlich. Seine Giftigkeit entwickelt es erst im Verdauungstrakt der Raupen, nachdem diese die Nadeln der Kiefern gefressen haben. Das biologische Bekämpfungsmittel baut sich innerhalb weniger Tage ab.

Behandlung im Herbst soll Schäden begrenzen

Die Bekämpfung im Herbst hat den Vorteil, dass sich die Raupen zu diesem Zeitpunkt noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befinden. Dadurch kann die Konzentration des Präparats geringer gehalten werden.

Zudem soll das frühe Absterben der Raupen die späteren Fraßschäden reduzieren. Die Dezimierung der Prozessionsspinner-Larven soll außerdem dazu beitragen, die bereits unter Druck stehenden Wälder an den trockenen Standorten in den tieferen Lagen zu stabilisieren.

Die Wälder sollen dadurch ihre Schutzfunktion weiterhin erfüllen können. Gleichzeitig soll das Risiko verringert werden, dass Menschen und Haustiere mit den Raupen in Kontakt kommen.

Mischwälder als langfristiges Ziel

Neben der unmittelbaren Bekämpfung arbeitet der Landesforstdienst auch an einer längerfristigen Lösung. Die bestehenden Kiefernwälder sollen schrittweise in strukturreiche und laubholzreiche Mischwälder umgewandelt werden.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite