von ih 04.09.2026 12:51 Uhr

JWA wehrt sich gegen „Ausländerhaus“ in Kaltern

Noch vor wenigen Tagen wollte die Gemeinde Kaltern das ehemalige Tertiarkloster für 2,6 Millionen Euro erwerben. Nun zeichnet sich offenbar eine Kehrtwende ab: Stattdessen soll dort das „Haus der Solidarität“ entstehen. Die Liste JWA spricht von einem Kuhhandel und einem weiteren Gratis-Wohnprojekt für Ausländer.

Foto: Liste JWA / KI-generiert

Für Jürgen Wirth Anderlan kommt die Nachricht einer politischen Kehrtwende gleich. Erst vor wenigen Tagen hatte der Kalterer Gemeinderat beschlossen, das Vorkaufsrecht für das ehemalige Tertiarkloster auszuüben. Sollte es zu keiner Einigung mit dem Vinzenzverein kommen, hätte die Gemeinde das Gebäude für 2,6 Millionen Euro erworben.

Nun soll die Gemeinde offenbar doch darauf verzichten. Stattdessen könnte im ehemaligen Tertiarkloster das „Haus der Solidarität“ nach Brixner Vorbild entstehen. Das Projekt der Vinzenzgemeinschaft wird im Volksmund auch „Ausländerhaus“ genannt.

Wirth Anderlan spricht von einem „Schlag ins Gesicht für alle Kalterer“ und einem „überraschenden Kuhhandel des Kalterer Bürgermeisters Christoph Pillon“.

Offene Fragen

„Es ist völlig absurd, wie hier vorgegangen wird“, kritisiert Wirth Anderlan. Die Pläne würden ständig geändert und seien „völlig chaotisch und intransparent“. Gleichzeitig seien das Volk und große Teile des Gemeinderates nach Ansicht von JWA klar gegen das „Ausländerhaus“ und für Wohnraum für Einheimische.

Im Gegenzug für die geplante Lösung soll die Gemeinde zwölf Wohnungen erhalten. Diese befinden sich im Haus Elisabeth, einem direkt an das ehemalige Kloster angrenzenden Zubau. Offiziell sollen dort Wohnungen für Senioren sowie für Frauen in Not geschaffen werden.

Doch auch bei diesem Vorhaben sieht Wirth Anderlan offene Fragen. In der vergangenen Gemeinderatssitzung sei deutlich geworden, dass die Zukunft des Hauses Elisabeth ungewiss sei. Derzeit leben dort ebenfalls mehrere ausländische Familien.

Erneut Gratis-Wohnungen für Ausländer?

„Viele befürchten, dass diese Familien auch künftig dort bleiben“, sagt Jürgen Wirth Anderlan. Damit wären nach seiner Einschätzung sowohl das ehemalige Kloster als auch das Haus Elisabeth mit ausländischen Bewohnern belegt. Gleichzeitig würden bedürftige Kalterer Familien und Sozialprojekte für Einheimische wieder einmal auf der Strecke bleiben.

Die Liste JWA spricht deshalb von einem weiteren „Gratis-Wohnprojekt für Ausländer“. Sie kritisiert insbesondere, dass die Gemeinde trotz des erst kürzlich gefassten Beschlusses zum Kauf des Klosters nun offenbar einen anderen Weg einschlagen will.

Der geplante Deal ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Sowohl der Kalterer Gemeinderat als auch die Vollversammlung der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft müssen der Einigung noch zustimmen.

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