von mmh 01.09.2026 11:18 Uhr

Drohnen-Fall Leipzig: Spur führt offenbar nach Russland

Wie die Bild berichtet verdichten sich nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle offenbar die Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit einem russischen Geheimdienst. Die deutsche Bundesregierung will heute über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

APA/dpa

Die Ermittlungen zum Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle haben offenbar eine neue Wendung genommen. Nach Informationen der Bild gehen deutsche Sicherheitskreise inzwischen davon aus, dass hinter dem Vorfall möglicherweise ein russischer Geheimdienst steckt.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul wollen am heutigen Tag über den Fall informieren. Wadephul unterbricht dafür nach den vorliegenden Informationen eine Dienstreise. Bundeskanzler Friedrich Merz wird bei der Pressekonferenz nicht dabei sein.

Die Bundesregierung hatte sich bislang mit einer direkten Schuldzuweisung an Russland zurückgehalten. Bundeskanzler Merz hatte allerdings bereits angekündigt, dass die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss stünden und die Ergebnisse bald öffentlich gemacht werden könnten.

Drohne mit Sprengstoff entdeckt

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 5. August am Flughafen Leipzig/Halle. Dort wurde eine Drohne entdeckt, die nach bisherigen Erkenntnissen rund 600 Gramm Sprengstoff an Bord hatte.

Offenbar sollte damit eine ukrainische Militär-Frachtmaschine getroffen werden. Der Zünder versagte jedoch.

Eine zunächst vermutete zweite Drohne, die angeblich mit einer DHL-Frachtmaschine kollidiert sein soll, konnte nach den vorliegenden Erkenntnissen hingegen nicht bestätigt werden.

Rund zehn Tage später entdeckten Ermittler in Kabelsketal im Saalekreis eine weitere Drohne. Auch bei diesem Fund wurde Sprengstoff sichergestellt.

Ermittler prüfen weitere Verbindungen

Zusätzliche Spuren wurden in Kursdorf nahe dem Flughafen entdeckt. Dort fanden die Ermittler eine technische Konstruktion, die möglicherweise zur Steuerung einer Drohne verwendet worden sein könnte.

Darüber hinaus prüfen die Behörden mögliche Zusammenhänge mit weiteren Vorfällen in Europa. Nach Informationen der Bild soll es Verbindungen zu anderen Drohnen- und Sprengstofffunden sowie zu weiteren Vorfällen geben, unter anderem in Rumänien.

Die Ermittlungs- und nachrichtendienstlichen Maßnahmen im In- und Ausland laufen demnach weiterhin.

Mögliche Konsequenzen gegen Russland

Sollte sich der Verdacht gegen einen russischen Geheimdienst bestätigen, könnten Deutschland und seine europäischen Partner entsprechende Konsequenzen beraten.

Im Raum stehen unter anderem diplomatische Maßnahmen. Dazu könnte die Einbestellung des russischen Botschafters gehören. Auch die Ausweisung einzelner Mitarbeiter der russischen Botschaft sowie weitere Sanktionen gegen Russland könnten geprüft werden.

Außenminister Wadephul soll dazu bereits mit seinen europäischen Amtskollegen im Austausch stehen.

Merz hatte zuletzt angekündigt, dass Deutschland den Verantwortlichen für sogenannte hybride Angriffe einen „Preis“ auferlegen werde.

Eine endgültige öffentliche Zuordnung des Drohnen-Vorfalls zu einem russischen Geheimdienst soll nach den vorliegenden Informationen nun von der Bundesregierung erläutert werden.

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