von mmh 31.08.2026 17:39 Uhr

Südtirol baut schulische Inklusion um: Mehr Personal ab 2027

Die Landesregierung will die schulische Inklusion in Südtirol neu ausrichten. Ein am 28. August beschlossenes Maßnahmenpaket sieht unter anderem mehr Integrationslehrpersonen, einen eigenen Ausbildungslehrgang und eine neue Verteilung der Ressourcen vor. Die Änderungen sollen schrittweise ab 2027 umgesetzt werden.

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wird die schulische Inklusion in den Schulen aller drei Sprachgruppen in Südtirol gestärkt. (Foto: Pixabay)

Immer mehr Schüler benötigen im Unterricht individuelle Unterstützung. Um auf diese Entwicklung zu reagieren und gleichzeitig die Qualität der Begleitung zu verbessern, hat die Landesregierung die Leitlinien für ein entsprechendes Maßnahmenpaket genehmigt.

Ausgearbeitet wurde dieses auf gemeinsame Initiative der Bildungslandesräte Philipp Achammer, Marco Galateo und Daniel Alfreider. Das Paket soll den Inklusionsbereich strukturell weiterentwickeln und die Schulen für die kommenden Jahre besser aufstellen.

„Mit diesem Maßnahmenpaket schlagen wir ein neues Kapitel der schulischen Inklusion auf“, erklärt Landesrat für deutsche Bildung Philipp Achammer. Es gehe nicht lediglich um einzelne Anpassungen. Personal, Ausbildung und Organisation sollten künftig stärker am tatsächlichen Unterstützungsbedarf der Kinder und Jugendlichen ausgerichtet werden.

Neuer Berechnungsschlüssel für Personal

Auch Landesrat für italienische Bildung Marco Galateo spricht von einer strukturellen Neuausrichtung. Ein neuer Berechnungsschlüssel soll dafür sorgen, dass personelle Ressourcen gezielter dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden.

Dadurch sollen die Schulen mehr Planungssicherheit erhalten. Gleichzeitig soll zusätzliches Personal bereitgestellt und stärker in dessen Qualifizierung investiert werden.

Landesrat für ladinische Bildung Daniel Alfreider hebt insbesondere die zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten für die Schulen hervor. Entscheidungen sollten möglichst nahe an den Schülern getroffen werden. Mehr Handlungsspielraum und verlässlich einsetzbare Ressourcen sollen deshalb die Schulen stärken.

Mehr Integrationslehrpersonen ab 2027

Ein zentraler Bestandteil des Pakets ist die Personalausstattung. Die Zahl der Integrationslehrpersonen soll ab 2027 schrittweise über einen Dreijahresplan erhöht werden.

Künftig soll sich der Personalschlüssel stärker am konkreten Unterstützungsbedarf der Schüler orientieren. Damit soll die vorhandene personelle Ausstattung besser an die tatsächlichen Anforderungen an den Schulen angepasst werden.

Neuer Ausbildungslehrgang geplant

Zusätzlich reagiert die Landesregierung auf den Fachkräftemangel im Bereich der schulischen Inklusion. Geplant ist ein speziell zugeschnittener Ausbildungslehrgang für geeignete Quereinsteiger sowie für bewährte Praxiskräfte, die derzeit über Direktberufungen im Integrationsbereich tätig sind.

Damit soll zusätzliches qualifiziertes Personal für die Schulen gewonnen werden.

Ressourcen werden direkt den Schulen zugewiesen

Auch bei der Organisation der Mitarbeiter für Integration sind Änderungen vorgesehen. Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen deren Stellen direkt den einzelnen Schulsprengeln und Schuldirektionen zugewiesen werden.

Die Schulen sollen dadurch ihre Personalressourcen besser planen und stärker auf die jeweilige Situation vor Ort reagieren können. Gleichzeitig soll auch die berufliche Situation der Mitarbeiter für Integration planbarer werden.

Mit dem Maßnahmenpaket will die Landesregierung die Voraussetzungen für eine schulische Inklusion verbessern, die sich noch stärker am individuellen Bedarf der Kinder und Jugendlichen orientiert. Ziel ist es, allen Schülern bestmögliche Voraussetzungen für Teilhabe und Bildungserfolg zu bieten.

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