Freiheitliche schießen gegen Knoll

Die jüngsten Aussagen des STF-Landtagsabgeordneten Sven Knoll zum vorgeschlagenen „Wahlkreis an der Etsch“ seien „an Widersprüchlichkeit kaum zu überbieten“, so die Freiheitlichen in einer Aussendung. Ausgerechnet jener Politiker, der den Parlamentswahlen über Jahre demonstratives Desinteresse entgegengebracht habe, entdecke seine Sorge um die Südtiroler Wahlkreise. „Wer jahrelang den Eindruck vermittelt hat, es sei ohnehin gleichgültig, wer Südtirol im italienischen Parlament vertritt, sollte sich heute nicht als oberster Hüter der parlamentarischen Vertretung aufspielen. Das ist politisch wenig glaubwürdig“, meint der Landesparteiobmann der Freiheitlichen, Roland Stauder.
Stauder zudem: „Der Wahlkreis an der Etsch ist keine freiheitliche Wunschlösung. Langfristig strebt die Partei einen einzigen Wahlkreis Südtirol mit Verhältniswahlrecht für Kammer und Senat an. Der Vorschlag ist vielmehr eine Notlösung für den Fall, dass der Urzì-Vorschlag in Rom nicht verhindert werden kann. So würde das Unterland nicht auseinandergerissen. Wer aus einer Notlösung eine angebliche Wunschvorstellung konstruiert, betreibt keine sachliche Auseinandersetzung, sondern Stimmungsmache.“
Geradezu absurd sei, laut Stauder, Knolls Warnung vor einer „italienischen Übernahme“. Die Freiheitlichen fragen zurück: „Was ist denn seine konkrete Alternative, falls der Urzì-Vorschlag in Rom eine Mehrheit findet? Der Weg über den Verfassungsgerichtshof oder den Internationalen Gerichtshof ist unter Juristen umstritten und könne Jahre dauern. Die Knollsche Empörung ersetzt keinen Abänderungsantrag. Schlagworte ersetzen keine Mehrheiten“, so Stauder.
„Urzì und Knoll leben voneinander“
„Urzì und Knoll leben politisch geradezu voneinander. Der eine provoziert mit nationalpolitischen Vorstößen, der andere braucht genau diese Provokationen für seine eigene politische Erzählung“, sagt der Freiheitliche Parteiobmann. Knoll könne den Vorschlag gerne kritisieren, dann solle er aber eine realistische Alternative vorlegen, die in Rom mehrheitsfähig ist und das Unterland zusammenhält. „Alles andere ist billige Polemik aus der sicheren Zuschauerrolle“, so Stauder.






