KFS feiert 60 Jahre und blickt nach vorne

Beim Sommer-Pressegespräch in Bozen zog der KFS Bilanz über die ersten 14 Monate der Präsidentschaft von Sieglinde Aberham und stellte die Schwerpunkte für 2027 vor. „60 Jahre Erfahrung sind kein Grund, stehen zu bleiben. Sie sind Auftrag und Ermutigung, den Blick nach vorne zu richten“, betonte Aberham. Die Lebensrealität von Familien habe sich verändert: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kinderbetreuung, Digitalisierung und finanzielle Herausforderungen stellen Familien vor neue Fragen. Der KFS will dem mit einer Haltung begegnen, die Aberham als „Realoptimismus“ bezeichnet: Herausforderungen werden nicht kleingeredet, der Blick bleibt aber auf Lösungen gerichtet. Die Botschaft des Jubiläumsjahres: nicht weniger Familie, sondern mehr Lust auf Familie. Familien sollen dabei nicht nur Empfänger politischer Maßnahmen sein, sondern selbst aktive Gestalter, ganz nach dem Motto „Von Familien für Familien“.
Getragen wird der Verband von mehr als 1.000 Ehrenamtlichen. Sie engagieren sich bei Elterntreffs, Spielgruppen und Familienfesten, in der Mensaaufsicht, als Schülerlotsen oder in der Nachmittagsbetreuung. „Ehrenamt ist gelebte Solidarität. Es ist Verantwortung füreinander und konkrete Mitgestaltung unserer Gesellschaft“, sagte Geschäftsleiterin Samantha Endrizzi.
Auch junge Menschen übernehmen Verantwortung. An den Sommerprojekten des KFS nehmen heuer rund 3000 Kinder und Jugendliche teil, begleitet von etwa 100 Betreuern. Für Vizepräsident Julian Stuefer bilden die katholischen Werte dabei den Kompass: „Menschenwürde, Nächstenliebe, Solidarität, Verantwortung, Gemeinschaft, Respekt und Hoffnung bilden das Wertefundament des Verbandes.“
Drei Schwerpunkte für 2027
Für das kommende Jahr hat sich der KFS drei Themen vorgenommen. Erstens will der Verband Räume für Begegnung und Zugehörigkeit schaffen, denn die Südtiroler Gemeinden verändern sich. „Ich fühle mich als Südtirolerin mit anderen Wurzeln“, sagte Vizepräsidentin Angelika Mitterrutzner mit Blick auf ihre eigene Lebensgeschichte. Integration sei aber keine Einbahnstraße: Ein gutes Zusammenleben brauche die Bereitschaft aller, gemeinsame Regeln zu respektieren.
Zweitens will der KFS Familien im Umgang mit digitalen Medien unterstützen. Es gehe nicht mehr um die Frage, ob digitale Medien zum Familienalltag gehören, sondern wie Familien damit umgehen. Drittens setzt der Verband auf Finanzbildung: Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld sei eine grundlegende Lebenskompetenz, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter.
Ein Dauerthema bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der KFS setzt sich dafür ein, dass auch kleine und mittlere Unternehmen ihre Familienfreundlichkeit sichtbar machen können. Es brauche Rahmenbedingungen, die Erwerbsarbeit und Familienleben tatsächlich vereinbar machen, und möglicherweise auch den Mut, bestehende Modelle neu zu denken.






