von mmh 19.08.2026 09:10 Uhr

SPÖ warnt vor Fachkräftemangel: Mehr Lehrstellen gefordert

Die SPÖ Innsbruck spricht sich für eine stärkere Förderung der Lehrausbildung aus und unterstützt damit eine aktuelle Forderung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB). Gleichzeitig verweist die Partei auf ein Wohnangebot für Lehrlinge in Innsbruck, das den Einstieg in die Ausbildung erleichtern soll.

APA (dpa/Archiv)

Die Zahlen zum Lehrstellenmarkt zeigen laut SPÖ den bestehenden Handlungsbedarf. Ende 2025 suchten österreichweit 10.624 Jugendliche sofort eine Lehrstelle, während lediglich 5.117 Lehrstellen verfügbar waren. Gleichzeitig ist die Zahl der Lehrbetriebe seit 2007 deutlich zurückgegangen.

„Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen – sie werden ausgebildet“, betont Gemeinderat Dominik Pittracher, Vorsitzender des Personalausschusses im Innsbrucker Gemeinderat. Wer über den Fachkräftemangel klage, dürfe gleichzeitig bei der Ausbildung nicht wegsehen. Ausbildungsbetriebe müssten stärker unterstützt werden, während jene, die sich aus der Lehrlingsausbildung zurückziehen, stärker in die Pflicht genommen werden sollten.

Wohnraum für Lehrlinge

Neben der Zahl der Lehrstellen sieht die SPÖ auch leistbaren Wohnraum als wichtigen Faktor. Mit einem Pilotprojekt der Neuen Heimat Tirol (NHT) sollen gezielte Wohnangebote für Lehrlinge in Innsbruck geschaffen werden.

Vormerkbar sind laut SPÖ alle Lehrlinge, die in Innsbruck wohnen oder eine Lehrstelle bei einem Innsbrucker Betrieb haben. Damit soll qualitätsvoller Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung und die Fachkräfte von morgen geschaffen werden. Die SPÖ bezeichnet das Angebot als österreichweit einzigartig.

„Die Förderung des Lehrberufes darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss mit klaren Taten einhergehen“, erklärt Pittracher. Innsbruck gehe mit den neuen Wohnangeboten sowie mit der stadteigenen Lehrausbildung mit gutem Beispiel voran.

SPÖ pocht auf Qualität

Für die SPÖ Innsbruck kommt es allerdings nicht allein auf die Zahl der Lehrstellen an. Auch die Qualität der Ausbildung müsse stimmen. Öffentliche Förderungen sollten dort eingesetzt werden, wo Jugendlichen eine hochwertige Ausbildung geboten wird.

Dazu zählen aus Sicht der SPÖ ein strukturierter Ausbildungsplan, die Vermittlung des gesamten Berufsbildes sowie eine Begleitung bis zur Lehrabschlussprüfung.

„Eine Lehrstelle muss mehr sein als ein Arbeitsplatz mit Lehrlingsgehalt. Junge Menschen haben Anspruch auf eine echte Ausbildung, Perspektiven und faire Arbeitsbedingungen. Wer öffentliche Förderungen erhält, muss auch Qualität liefern“, so Pittracher.

Die SPÖ Innsbruck unterstützt deshalb auch die Forderung nach einem Fachkräftefonds. Damit sollen Betriebe, die Lehrlinge ausbilden wollen, gezielt gestärkt werden. Gleichzeitig brauche es eine politische Diskussion darüber, wie die duale Ausbildung langfristig attraktiver gestaltet und Jugendlichen der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden könne.

Auch die Schaffung von guten und leistbaren Wohnmöglichkeiten könne dabei eine wichtige Rolle spielen.

„Wir brauchen keine Sonntagsreden über den Fachkräftemangel, sondern mehr Ausbildungsplätze und mehr Qualität in der Ausbildung. Wer Fachkräfte für morgen will, muss heute Lehrlinge ausbilden“, stellt Pittracher abschließend fest.

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