So viel geben Eltern für Nachhilfe aus

Der AK-Nachhilfebarometer 2026 wurde vom Institut IFES im Auftrag der AK Wien durchgeführt, bundesweit wurden dafür von März bis Mai 2026 (repräsentativ) 3.208 Eltern mit insgesamt 4.728 Schulkindern befragt. Auch unter den Volksschulkindern ist der Bedarf bereits hoch, 23 Prozent davon brauchen Nachhilfe.Â
Drei Viertel der Kinder und Jugendlichen (76 Prozent) lernen fast täglich mit ihren Eltern und insgesamt ein Viertel (23 Prozent) fast täglich mit den Eltern, sagte AK Wien-Bildungsexpertin Elke Larcher. Laut der Studie würden in Summe 68 Prozent der Eltern ihre Kinder mehrmals pro Woche beim Lernen unterstützen. Dies sei anstrengend für die Eltern und auch dysfunktional. Menschen ohne Matura falle dies viel schwerer und dies führe zu Bildungsvererbung. 28 Prozent der bezahlten Nachhilfefälle führen Eltern direkt auf Defizite im Unterricht zurück, weil der Stoff nicht ausreichend vermittelt wurde oder Unterricht ausgefallen ist. Rund 40 Millionen Euro der privaten Nachhilfeausgaben fließen so in jene individuelle Förderung, die eigentlich in der Schule stattfinden müsste, so die AK.
Bei mehr als der Hälfte der Schüler (52 Prozent) soll mit der Nachhilfe eine Note verbessert werden. Nachhilfe werde immer mehr zum Symptom des zunehmenden „Bulimie-Lernens“ – also „kurzfristiges Auswendiglernen von Lernstoff für Prüfungen, ohne dass dieser nachhaltig verstanden oder behalten wird“, hieß es seitens der AK. 28 Prozent brauchen Nachhilfe, um eine Nachprüfung oder eine negative Zeugnisnote abzuwenden. Bei jedem vierten Kind (23 Prozent) nennen die Eltern einen anderen Grund: Der Stoff wurde nicht ausreichend erklärt.
Kosten pro Kind gesunken
Neben dem Gesamt-Anteil der Kinder, die Nachhilfe erhalten (32 Prozent), blieben auch die schulische Gratis-Nachhilfe (acht Prozent) und die private unbezahlte Nachhilfe (zehn Prozent) auf ähnlich hohem Niveau wie in der Vorjahres-Erhebung. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Kind sind hingegen von 800 auf 720 Euro gesunken. Der Grund dafür sei, dass Nachhilfe seltener regelmäßig über das gesamte Schuljahr hinweg und häufiger gezielt vor Schularbeiten und Tests in Anspruch genommen werde, hieß es.
Das wichtigste Nachhilfefach bleibt Mathematik (66 Prozent), gefolgt von Deutsch (33 Prozent) und Fremdsprachen (18 Prozent). 47 Prozent der Kinder erhalten Nachhilfe vor allem anlassbezogen, 38 Prozent regelmäßig während des Schuljahres (2025: 43 Prozent).
Aus Sicht der Eltern ist die Nachhilfe häufig erfolgreich: In 71 Prozent der Fälle führte diese zum gewünschten Schulerfolg. Die Ergebnisse würden außerdem zeigen, dass mehr als die Hälfte der Eltern (54 Prozent) ihr Kind beim Lernen häufig als gestresst empfinden. Wenn der Unterricht als besonders notengetrieben, überfordernd und wenig unterstützend wahrgenommen wird, so steige dieser Anteil auf bis zu 90 Prozent.
Gute Bildung dürfe jedoch nicht von den Ressourcen der Eltern abhängen, so die AK. Deshalb fordert die Kammer treffsichere Investitionen in Schulen, den Ausbau ganztägiger Bildungsangebote und eine spürbare Entlastung der Familien bei den Schulkosten. Auch müssten armutsgefährdete Familien und Alleinerzieherinnen und -erzieher gezielt entlastet werden.
APA/UT24Â






