von lif 18.08.2026 15:59 Uhr

Bozner Gericht: So geht es nach dem Einsturz weiter

Nach dem Teileinsturz des Bozner Gerichtsgebäudes will das Land eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die verschiedene Sanierungsvarianten prüft. Wie Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi heute (18. August) am Gerichtsplatz bekannt gab, soll die Studie den Umfang der notwendigen Eingriffe beschreiben, einen Kostenrahmen festlegen und eine erste Einschätzung der Umsetzungszeiten liefern. Die Ergebnisse sollen innerhalb der nächsten sechs Monate vorliegen.

Landesrat Christian Bianchi (Mitte), die Techniker Luciano Franceschini und Carlo Noselli (1. u. 2. v.l.) sowie Ressortdirektor Daniel Bedin (1.v.r.) und Abteilungsdirektor Marco Springhetti (2.v.r.) (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Fassade und Säulen, die durch das Gerüst gesichert werden, sollen laut Bianchi erhalten bleiben, damit der architektonische Wert des Gebäudes und des Platzes unverändert bleibe. Ziel sei es, ein funktionierendes und voll einsatzfähiges Gerichtsgebäude zurückzugeben, betonte der Landesrat. 

Wie das LPA berichtet, gibt es grünes Licht für den Ausweichsitz: Nach der Installation des Überwachungssystems, der Auswertung der Messwerte sowie den Reinigungsarbeiten erteilten die Techniker gestern (17. August )die Freigabe für die Übersiedlung der Büros der Staatsanwaltschaft in die Rittner Straße 13 in Bozen. Ziel sei es, die Arbeitsfähigkeit der Staatsanwaltschaft bis Mitte September und jene des Gerichts bis Ende September sicherzustellen, so Bianchi. Nun sei es entscheidend, geordnet vorzugehen und die Sicherheitsvorschriften sowie die mit den Justizbehörden abgestimmte Organisation einzuhalten.

Gebäude stabilisiert, Archive geschützt

In den vergangenen Wochen wurden die Gerüste errichtet und ein strukturelles Überwachungssystem installiert. Dieses besteht aus 42 Sensoren, die mögliche Bewegungen der Gebäudestruktur erfassen und den Technikern laufend ein aktuelles Bild liefern. Nun kann der zweite Teil des Gerüsts angebracht werden, der ein sicheres Arbeiten im einsturzgefährdeten Bereich ermöglicht. Anschließend können die Trümmer weggeräumt und die Materialien aus den Archiven geborgen werden. Dafür war es laut den Technikern nötig, den oberen Teil des Gebäudes mit einer Stützkonstruktion zu sichern und das Innere sorgfältig von Staub zu reinigen.

Parallel laufen die Vorbereitungen der Ausweichstandorte weiter. Man wolle jede einzelne Phase mit größter Sorgfalt begleiten und dabei sowohl die Sicherheit als auch die Kontinuität der Dienstleistungen gewährleisten, betont Bianchi. Bekräftigt wurde der planmäßige Verlauf neben Bianchi auch von Ressortdirektor Daniel Bedin sowie den Technikern Luciano Franceschini und Carlo Noselli.

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