3,6 Millionen Aufrufe: Podcast mit AfD-Politiker schlägt ein

Wie mehrere Medien berichten, sprach der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mehr als drei Stunden lang mit Podcaster Ben Berndt. Darin geht es um Migration, Corona, Medien, die CDU, innere Sicherheit, seine politische Biografie und seine Pläne für Sachsen-Anhalt. Schon in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung am 15. August verzeichnete das Gespräch über eine Million Aufrufe. Mit heutigem Stand (18. August) sind es rund 3,6 Millionen. Ursprünglich war ein politisches Duell geplant, denn neben Siegmund sollte auch Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Sven Schulze am Tisch sitzen. Der Gastgeber bot nach eigenen Angaben an, beide Kandidaten einzufliegen. Schulze sagte jedoch mit den Worten, er stehe für ein Duell nicht zur Verfügung, ab. So saß Siegmund allein am Tisch.
Ein Grund für die starke Wirkung des Gesprächs liegt laut Beobachtern im Format selbst, denn Berndt schneidet seine Podcasts nicht und lässt seine Gäste ausführlich ausreden. Siegmund wird so nicht wie in klassischen Fernsehformaten auf kurze Antworten reduziert, sondern kann seine Positionen über Stunden erklären.
Debatte über den Umgang mit der AfD
Der Erfolg reiht sich in eine bereits laufende Diskussion ein. Schon im Frühjahr 2026 hatte „Ungeskriptet“ mit einem mehrstündigen Gespräch mit AfD-Politiker Björn Höcke bundesweit für Aufsehen gesorgt und eine Debatte über den journalistischen Umgang mit der Partei ausgelöst. Befürworter des Formats sehen darin echte Meinungsvielfalt, weil Politiker abseits klassischer Talkshows ausführlich zu Wort kämen. Kritiker wenden ein, dass umstrittene Aussagen ohne journalistische Einordnung stehen blieben.
Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD in Umfragen vorne liegt, dürfte das Gespräch noch länger für Diskussionen sorgen.






