von lif 17.08.2026 09:09 Uhr

Südtirols Solarboom in Zahlen

Auf immer mehr Dächern glänzen Solarpaneele. Die Zahlen belegen einen Boom, angetrieben von hohen Strompreisen und großzügigen Förderungen. Doch wer baut, muss sich zwischen zwei Töpfen entscheiden.

Bild: APA/AFP

Wie stark der Ausbau ist, zeigt der Blick auf die installierte Leistung. Laut dem Klimaplan-Monitoring von Eurac Research erreichte Südtirol 2023 insgesamt 377 Megawatt an Photovoltaik-Leistung. Damit war das Ziel von plus 400 Megawatt bis 2030 schon damals fast erreicht, auch wenn ein konstanter weiterer Ausbau nötig bleibt, um auf Kurs zu bleiben.

Besonders eindrücklich ist die Trendwende. Waren es seit 2016 im Schnitt magere sieben Megawatt an neuen Anlagen pro Jahr, so wurden allein im ersten Halbjahr 2023 Anlagen mit 31 Megawatt installiert. In diesen sechs Monaten gingen laut den Daten des staatlichen Energiedienstleisters GSE 1.608 neue Photovoltaikanlagen ans Netz, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Darauf machte der Klima Club Südtirol aufmerksam.

Warum jetzt so viele bauen

Der wichtigste Treiber sind natürlich die hohen Strompreise. Viele Haushalte und Betriebe zahlen viel und mit den vielen Sonnentagen bietet Südtirol ideale Bedingungen, um selbst Strom zu erzeugen. Wer eine eigene Anlage hat, macht sich unabhängiger von steigenden Preisen. Hinzu kommen die Förderungen, die den Einstieg erleichtern.

Bei den Zuschüssen gibt es zwei Ebenen, und das ist der entscheidende Punkt: Landes- und Staatsförderung lassen sich in der Regel nicht kombinieren, man muss sich für eine entscheiden.

Auf Landesebene fördert Südtirol seit Januar 2023 den Bau von PV-Anlagen für Private, Betriebe und öffentliche Verwaltungen. Seit 2026 werden auch Batteriespeicher für bestehende Anlagen mit 30 Prozent bezuschusst, maximal 550 Euro pro Kilowattstunde. Wärmepumpen in Kombination mit einer PV-Anlage fördert das Land mit bis zu 60 Prozent, und für eine fixe Ladestation gibt es 800 Euro pro Ladepunkt. Betriebe erhalten für den Einbau einer Anlage bis zu 20 Prozen und 25 Prozent, wenn die Module nicht aus China stammen.

Auf Staatsebene ist die 50-Prozent-Steuerabsetzung das bekannteste Modell. Sie gilt für energetische Sanierungen samt PV, ist mit maximal 96.000 Euro gedeckelt und wird über zehn Jahre über die Steuererklärung rückerstattet, wobei eine Meldung an die Behörde ENEA innerhalb von 90 Tagen nötig ist. Daneben gibt es den „Conto Termico“ mit bis zu 65 Prozent Zuschuss beim Tausch einer alten Heizanlage sowie den Reddito Energetico, der einkommensschwachen Familien mit einer ISEE unter 15.000 Euro den Einstieg ermöglicht. Überschüssiger Strom, den man nicht selbst verbraucht, wird schließlich über den sogenannten Ritiro Dedicato vom GSE vergütet.

Auch die öffentlichen Dächer

Der Ausbau soll nicht bei den Privaten haltmachen. Im Rahmen des Klimaplans 2040 erhebt das Land die für PV geeigneten Dächer öffentlicher Gebäude, um sie über eine Ausschreibung von einem Energiedienstleister nutzen zu lassen. So sollen künftig auch Amtsgebäude und ähnliche Flächen Sonnenstrom liefern.

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