Leistbares Wohnen: SPÖ fordert weniger Bürokratie beim Bauen

SPÖ-Wohnbausprecherin Elisabeth Blanik sieht darin einen wichtigen Ansatzpunkt für leistbareres Wohnen. „Wenn wir über leistbares Wohnen reden, müssen wir auch darüber reden, was das Bauen teuer macht“, erklärt Blanik. Nicht jede Vorschrift sei problematisch, viele Regelungen seien für Sicherheit und Qualität unverzichtbar. Dort, wo Bestimmungen jedoch ohne konkreten Mehrwert zusätzliche Kosten verursachen oder Verfahren verzögern, müsse angesetzt werden.
Mehrere Erleichterungen geplant
Der Auftrag der Landesregierung umfasst zahlreiche Bereiche. Genehmigungs- und Verfahrensschritte sollen vereinfacht und Ausnahmen von der Tiroler Bauordnung ausgeweitet werden. Auch technische Vorgaben sollen praxistauglicher gestaltet werden.
Geplant sind unter anderem Erleichterungen bei nachträglichen thermischen Sanierungen und bei der Umnutzung bestehender Gebäude. Zudem soll die Stellplatzverpflichtung bei Mitarbeiterwohnhäusern reduziert werden. Auch die Prüffristen für technische Anlagen sollen überprüft werden. Ergänzend sollen verständliche Leitfäden für die praktische Umsetzung entstehen.
„Jede Stellschraube“ nutzen
Für die SPÖ Tirol ist die geplante Vereinfachung Teil einer umfassenderen Wohnbaupolitik. Man investiere mehr Geld in die Wohnbauförderung als je zuvor, mobilisiere Bauland und Leerstand und stärke den gemeinnützigen Wohnbau, so Blanik.
Gleichzeitig müsse auch bei den Baukosten angesetzt werden. „Was wir beim Bauen einsparen können, müssen die Menschen am Ende nicht über Kaufpreis oder Miete bezahlen“, betont die Wohnbausprecherin.
Bei den geplanten Vereinfachungen dürften jedoch wesentliche Standards nicht verloren gehen. Entbürokratisierung dürfe kein Deckmantel für Abstriche bei Sicherheit oder notwendiger Qualität sein. Ziel müsse vielmehr sein, einfacher und schneller zu bauen und gleichzeitig sicher und qualitativ hochwertig zu bleiben.
Gesetzesbeschlüsse noch heuer geplant
Nun komme es laut SPÖ darauf an, rasch konkrete Gesetzesänderungen vorzulegen. Die entsprechenden Entwürfe sollen so rechtzeitig eingebracht werden, dass eine Beschlussfassung im Tiroler Landtag noch in diesem Jahr möglich ist.
„Leistbares Wohnen hat nicht die eine große Lösung“, sagt Blanik. Es müsse an mehreren Punkten angesetzt werden – bei Grundstücken, Förderungen, Finanzierung sowie bei Baukosten und Bürokratie. Jede sinnvolle Vereinfachung, die das Bauen schneller und günstiger mache, sei daher ein Schritt in die richtige Richtung.






