Hoher Frauentag: Tirol würdigt Einsatz, Mut und Tradition

Landeshauptmann Anton Mattle und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher überreichten insgesamt 46 Verdienstkreuze und 140 Verdienstmedaillen des Landes Tirol. Zudem wurden 23 Personen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr mit der Tiroler Lebensrettungsmedaille ausgezeichnet. In insgesamt elf Fällen hatten sie entscheidend eingegriffen. Weitere 14 Familien erhielten den Ehrentitel „Erbhof“.
Dank für ehrenamtliches Engagement
Für Mattle stehen die Auszeichnungen heuer besonders im Zeichen des Ehrenamts. Zahlreiche Menschen würden sich freiwillig in Vereinen, Einsatzorganisationen, im Sozial- und Gesundheitsbereich, in Kultur und Brauchtum, Sport, Bildung und Landwirtschaft engagieren.
„Das Jahr des Ehrenamts macht sichtbar, was Tirol jeden Tag trägt“, betonte Mattle. Die Geehrten würden ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Kraft für andere einsetzen und in manchen Fällen mit ihrem Engagement und ihrer Zivilcourage sogar Leben retten.
Auch Kompatscher hob die enge Verbindung zwischen Tirol und Südtirol hervor. Ehrenamt und Verantwortung für die Gemeinschaft würden beide Landesteile seit jeher verbinden. Die Ausgezeichneten stünden stellvertretend für viele Menschen, die sich mit großem persönlichem Einsatz für andere einsetzen.
46 Verdienstkreuze und 140 Verdienstmedaillen
Das Verdienstkreuz des Landes Tirol erhielten heuer 46 Persönlichkeiten. Die Auszeichnung wird an Menschen verliehen, die sich in herausragender Weise um das Land und seine Bevölkerung verdient gemacht haben. Nach dem Ring und dem Ehrenzeichen ist das Verdienstkreuz die dritthöchste Auszeichnung des Landes Tirol.
Weitere 140 Personen wurden mit der bronzevergoldeten Verdienstmedaille ausgezeichnet. Sie haben sich über viele Jahre hinweg ehrenamtlich und mit besonderem Engagement für das Gemeinwohl eingesetzt.
Lebensretter für mutige Einsätze geehrt
Besondere Anerkennung erhielten 23 Menschen, die in insgesamt elf Fällen andere aus Lebensgefahr gerettet haben. Mit der Tiroler Lebensrettungsmedaille würdigen Tirol und Südtirol Menschen, die in außergewöhnlichen Situationen selbstlos und entschlossen gehandelt haben.
Unter den Geehrten befindet sich unter anderem eine Gruppe der Bergrettung Sellraintal. Die Bergretter waren an der aufwendigen Bergung von vier Alpinisten beteiligt, die am Lüsener Fernerkogel in Bergnot geraten waren.
Ebenfalls ausgezeichnet wurden zwei Ersthelfer, die nach einem Autounfall in Thiersee zwei Insassen aus einem brennenden Fahrzeug retteten.
Mattle und Kompatscher würdigten den Einsatz der Lebensretter. Ihr Handeln zeige, wie wichtig Zivilcourage, Hilfsbereitschaft und entschlossenes Eingreifen in Notlagen seien.
14 Familien blicken auf mindestens 200 Jahre zurück
Neben dem ehrenamtlichen Engagement standen auch jahrhundertealte Familientraditionen im Mittelpunkt des Hohen Frauentags. 14 Familien erhielten heuer die Auszeichnung „Erbhof“.
Als Erbhof darf ein landwirtschaftlicher Betrieb geführt werden, wenn er sich seit mindestens 200 Jahren in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum zweiten Grad im Besitz derselben Familie befindet.
Damit wird die über Generationen hinweg fortgeführte Bewirtschaftung der Höfe gewürdigt. Die Familien prägen mit ihrer langjährigen Arbeit auch die landwirtschaftliche und kulturelle Identität Tirols.
Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler gratulierte den ausgezeichneten Familien und dankte ihnen für ihren Einsatz. Mit der Erbhofurkunde und dem Erbhofschild aus Bronzeguss würdige das Land den Erhalt dieses wertvollen kulturellen Erbes.
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