Neues Ambulatorium entlastet Bozner Notaufnahme

Wie das Landespresseamt mitteilt, finden Patienten mit akuten, aber nicht schwerwiegenden Beschwerden im Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD) im Gemeinschaftshaus Bozen Loew-Cadonna eine zusätzliche Anlaufstelle. Wer zum Beispiel plötzlich Ohrenschmerzen hat oder eine kleinere Verletzung versorgen lassen muss, ist dort richtig.
Im Juni und Juli nutzten durchschnittlich rund 50 Personen pro Tag das Angebot, die Nachfrage steigt leicht an. Gleichzeitig zeigen sich erste Auswirkungen auf die Notaufnahme des Krankenhauses Bozen: Im Vergleich zu Juni und Juli 2025 gingen die Zugänge um durchschnittlich fünf Prozent zurück. Das entspricht rund 440 Patienten weniger pro Monat. Das AKD gibt es in jedem Gemeinschaftshaus in Südtirol. Es behandelt akute Beschwerden, die schnell abgeklärt oder versorgt werden müssen, aber keine lebensbedrohlichen Notfälle sind. Damit übernimmt es genau jene Fälle, für die eine Notaufnahme oft nicht die geeignete Anlaufstelle ist.
„Am richtigen Ort versorgt“
Die ersten Zahlen zeigten, dass man auf dem richtigen Weg sei, so Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Menschen erhielten schneller Hilfe und die Notaufnahme gewinne mehr Zeit für schwere und besonders dringende Fälle. Entscheidend sei, dass jede Patientin und jeder Patient am richtigen Ort versorgt werde.
Wichtig bleibe laut Messner aber, dass der Hausarzt grundsätzlich die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen sei. Das AKD richte sich an Menschen mit akuten, aber nicht schwerwiegenden Beschwerden.
Sieben Gemeinschaftshäuser in Betrieb
Das AKD ist Teil der neuen Gemeinschaftshäuser, die Gesundheits- und Sozialdienste unter einem Dach bündeln und die wohnortnahe Versorgung ausbauen. Je nach Standort gibt es dort Leistungen der Allgemeinmedizin, fachärztliche Angebote, Pflege, Basisdiagnostik, Therapien sowie Beratungs- und Sozialdienste. Aktuell sind sieben Gemeinschaftshäuser in Betrieb, bis 2028 sind insgesamt zwölf Standorte geplant. Die größeren, zentralen Häuser in Bozen und Brixen sind rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche geöffnet. Ergänzt werden sie durch kleinere, dezentrale Häuser in Innichen, Klausen, Mals, Naturns und Leifers, die von Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr geöffnet haben.
Weitere Hub-Standorte entstehen in Bruneck, Meran, Bozen und Neumarkt. In Sterzing soll Anfang 2027 ein weiteres Gemeinschaftshaus eröffnen.






