Umfahrung Bozen: Projekt geht in entscheidende Phase

Die Umfahrung Bozen ist Teil des geplanten viergleisigen Ausbaus der Brennerbahn zwischen Blumau und Branzoll. Ziel des Projekts ist es, den Güterverkehr künftig weitgehend unterirdisch an Bozen vorbeizuführen.
Dadurch sollen die entlang der bestehenden Bahnstrecke liegenden Gebiete in Kardaun, Rentsch, Bozen, Leifers und Branzoll langfristig vom Bahnlärm entlastet werden.
Projekt liegt RFI vor
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider (SVP) bezeichnet die Übergabe als wichtigen Meilenstein. RFI hatte vor rund drei Jahren die Schwestergesellschaft FS Engineering mit der Planung beauftragt. Nun liegen die Ergebnisse vor.
„Damit liegt erstmals ein konkretes Projekt vor, das nun im Detail geprüft und mit dem Territorium diskutiert werden kann“, erklärt Alfreider. RFI werde die Unterlagen zunächst bewerten und im Herbst das Genehmigungsverfahren einleiten.
Ab Mitte September sollen zunächst die betroffenen Gemeindeverwaltungen ausführlich über die Planung informiert werden. Danach beginnt die vertiefte Auseinandersetzung mit den technischen Details und den Auswirkungen des Projekts.
BBT-Beobachtungsstelle bündelt Anliegen
Eine wichtige Rolle kommt dabei der BBT-Beobachtungsstelle zu. Sie soll die Anliegen und Verbesserungsvorschläge des Landes und der betroffenen Gemeinden sammeln, koordinieren und in das weitere Verfahren einbringen. Für die fachliche Prüfung der umfangreichen Planungsunterlagen sollen zudem Techniker des Vertrauens hinzugezogen werden.
„Jetzt beginnt für uns die entscheidende Phase“, sagt Martin Ausserdorfer, Direktor der BBT-Beobachtungsstelle. Er rechnet mit einem intensiven Prozess, in dem ein sachlicher und fairer Austausch zwischen allen Beteiligten notwendig sei.
Bereits während der Planungsphase habe es Gespräche mit RFI und FS Engineering gegeben. Dabei seien konkrete Bedenken und technische Wünsche aus dem Territorium eingebracht worden. Nun soll geprüft werden, inwieweit diese Punkte in der vorliegenden Planung berücksichtigt wurden und wo noch Nachbesserungen möglich sind.
Gemeinden und Bevölkerung werden eingebunden
Mit der Vorstellung des Projekts beginnt ein umfassendes Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren. Grundbesitzer, Anwohner, Gemeinden und das Land können Stellungnahmen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Gleichzeitig werden die zuständigen Landesämter ihre fachlichen Gutachten erstellen. Auch die betroffenen Gemeinderäte werden sich mit dem Projekt befassen.
Die Stellungnahmen und Gutachten fließen anschließend in die weitere Behandlung der Planung ein. Erst wenn die vorgesehenen Verfahrensschritte abgeschlossen sind, wird das Projekt dem Regierungskommissär für den Brenner-Südzulauf zur Genehmigung vorgelegt.
Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigt an, dass das Land den Prozess eng begleiten und weiterhin auf Verbesserungen drängen werde. „Wie bei den bisherigen Abschnitten des Brenner-Südzulaufs werden wir auch bei der Umfahrung Bozen bis zum Schluss konsequent verhandeln“, so Kompatscher. Ziel sei es, gemeinsam mit den Gemeinden und allen Beteiligten die bestmögliche Lösung für Südtirol zu erreichen.
Große Erwartungen an das Projekt
Für die betroffenen Gemeinden und die Bevölkerung steht im Herbst damit eine wichtige Phase bevor. Im Mittelpunkt werden die konkreten Auswirkungen der geplanten Trasse, die technische Ausgestaltung und mögliche Verbesserungen stehen.
Ausserdorfer sieht in der Umfahrung eine große Chance, den Bahnlärm entlang der bestehenden Strecke dauerhaft zu reduzieren. Gleichzeitig müsse das Projekt genau geprüft werden. „Die Anliegen der betroffenen Bevölkerung müssen aufgenommen und dort Verbesserungen eingefordert werden, wo sie notwendig und möglich sind“, betont er. Die nun beginnende Beteiligungsphase biete dafür die entscheidende Gelegenheit.
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