Tirols Jugend bekommt eine eigene politische Bühne

Mehr als 800 Jugendliche wurden dafür nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und werden in den kommenden Tagen angeschrieben. Die Teilnahme ist freiwillig. Der Jugendlandtag findet am 11. November 2026 statt. Bereits zuvor kommen die Teilnehmer zu einem Vorbereitungswochenende in Innsbruck zusammen.
Jugendliche bestimmen die Themen
Der Jugendlandtag ist eine gemeinsame Initiative des Landes Tirol und des Tiroler Landtags. Ziel ist es, Jugendlichen einen direkten Einblick in politische Entscheidungsprozesse zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, selbst aktiv mitzugestalten.
„Der Jugendlandtag ist ein Sprachrohr für die Tiroler Jugend“, erklärt Jugendlandesrätin Astrid Mair. Die Jugendlichen würden selbst entscheiden, welche Themen diskutiert und welche Entscheidungen getroffen werden. Durch das Zufallsprinzip soll dabei eine möglichst vielfältige Zusammensetzung erreicht werden.
Besonders wichtig ist auch die weitere Behandlung der Ergebnisse: Die von den Jugendlichen ausgearbeiteten Anträge werden nach dem Jugendlandtag in einem Ausschuss des Tiroler Landtags behandelt und können damit in die politische Arbeit einfließen.
Mehr als 800 Jugendliche ausgewählt
Für die Einladung wurden Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren mit Hauptwohnsitz in Tirol zufällig ausgewählt. Zusätzlich können die Eingeladenen einen Buddy, also einen Freund, für die Teilnahme nominieren.
Sollten am Ende mehr als 30 Anmeldungen vorliegen, entscheidet erneut das Los. Dabei wird auf eine ausgewogene Zusammensetzung nach Region, Geschlecht, Alter und Bildungshintergrund geachtet.
Anmeldungen sind bis 30. September 2026 möglich. Die Teilnahme inklusive Übernachtung, Verpflegung und Fahrtkosten ist kostenlos.
Erster Einblick in den Landtag
Los geht es bereits am 5. November. Die Teilnehmer besuchen eine Sitzung des Tiroler Landtags und können dabei unmittelbar erleben, wie politische Entscheidungen getroffen werden.
Anschließend beginnt die Vorbereitung auf den eigenen Jugendlandtag. In Ausschüssen werden Themen diskutiert und konkrete Anträge ausgearbeitet. Dabei werden die Jugendlichen von Experten unterstützt.
Welche Themen letztlich auf der Tagesordnung stehen, entscheiden die Jugendlichen selbst. Möglich sind etwa Fragen rund um Umwelt, Mobilität, Jugendschutz oder andere gesellschaftliche Bereiche.
Auch Jugendliche, die nicht zu den 30 Teilnehmern gehören, können sich im Vorfeld an der Themenfindung beteiligen.
Jugendliche übernehmen im Landtag das Kommando
Am 11. November findet schließlich die Sitzung im historischen Landtagssitzungssaal im Landhaus statt. Die Jugendlichen leiten die Sitzung selbst, diskutieren ihre Anträge, können Änderungen einbringen und anschließend Beschlüsse fassen.
Diese Beschlüsse werden danach an den Ausschuss für Sicherheit, Gesellschaft, Generationen, Freizeit und Sport des Tiroler Landtags übergeben.
Landtagspräsident Jakob Wolf sieht darin eine Möglichkeit, Demokratie unmittelbar erlebbar zu machen. Der Jugendlandtag zeige, dass Politik nicht abstrakt sei, sondern Themen betreffe, die Jugendliche täglich beschäftigen.
Teil der Jugendstrategie Tirol 2030
Der Jugendlandtag ist Bestandteil der Jugendstrategie Tirol 2030, die 2025 auf Initiative von Jugendlandesrätin Astrid Mair beschlossen wurde. Unter dem Motto „Jugend im Fokus“ sollen unter anderem die Mitsprachemöglichkeiten für Jugendliche ausgebaut und günstige Freizeitangebote geschaffen werden.
Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählen die Tiroler Jugendkarte sowie zwei Jugendforen zum Thema „Fake News“.






