von mmh 10.08.2026 09:20 Uhr

Südtirol macht den Weg frei: Mit dem Meisterbrief an die Uni

Der Meistertitel eröffnet künftig neue Möglichkeiten an der Freien Universität Bozen: Absolventen bestimmter Meisterausbildungen sollen Zugang zu branchenspezifischen Bachelorstudiengängen erhalten. Nachdem die Frist für eine Anfechtung durch die staatlichen Behörden in Rom abgelaufen ist, kann die Umsetzung nun weiter vorangetrieben werden.

(Foto: Unsplash)

Für den lvh.apa ist die Anerkennung ein wichtiger Schritt, um berufliche und akademische Bildung stärker miteinander zu verbinden.

Meisterbrief als Zugang zum Studium

Der Meistertitel gilt als höchste Qualifikation in den praktischen Berufen. Neben umfassenden Fachkenntnissen verfügen Meister über unternehmerisches Wissen und langjährige Berufserfahrung. Mit der neuen Regelung soll diese Qualifikation auch beim Zugang zu bestimmten Hochschulstudiengängen berücksichtigt werden.

„Das ist ein historischer Schritt für das Südtiroler Handwerk. Der Meistertitel erhält damit jene Anerkennung, die er verdient“, erklärt lvh-Präsident Martin Haller. Meister würden dadurch neue Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, ohne den praxisnahen Bildungsweg verlassen zu müssen.

Haller dankt insbesondere Landesrat Philipp Achammer, der sich gemeinsam mit dem lvh über Jahre für eine bessere Durchlässigkeit des Bildungssystems eingesetzt habe.

Achammer: „Klares Zeichen für die Gleichwertigkeit“

Auch Landesrat Philipp Achammer sieht in der Regelung einen wichtigen Schritt. Der Studienzugang über den Meistertitel stärke die Durchlässigkeit im Bildungssystem und setze ein klares Zeichen für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.

Gleichzeitig werde damit die hohe Qualifikation der Meister anerkannt und zusätzliche Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Neue Perspektiven für Fachkräfte

Horst Pichler, Obermeister des Südtiroler Meisterbundes, spricht ebenfalls von einem großen Fortschritt. Berufliche und akademische Ausbildung würden dadurch näher zusammenrücken. Wer einen Meistertitel erlangt habe, verfüge bereits über ein hohes Qualifikationsniveau.

Besonders für junge Fachkräfte sieht Pichler neue Möglichkeiten: Viele wollten sich nach der Meisterausbildung weiterentwickeln und zusätzliche Kompetenzen erwerben. Die neue Regelung könne dafür attraktive Perspektiven schaffen und gleichzeitig die Attraktivität des Handwerks erhöhen.

Details müssen noch festgelegt werden

In einem nächsten Schritt sollen Vertreter der Freien Universität Bozen und des Landes Südtirol die konkreten Voraussetzungen, Zuständigkeiten und den Umfang der zugänglichen Studiengänge festlegen.

Der lvh will den Prozess weiterhin begleiten und sich dafür einsetzen, dass die neuen Möglichkeiten möglichst rasch und praxisnah umgesetzt werden.

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