von lif 06.08.2026 11:57 Uhr

Baugewerbe in Südtirol: Stimmung gut, aber Nachfrage sinkt

Das Baugewerbe blickt insgesamt zuversichtlich in die Zukunft. Fast neun von zehn Betrieben erwarten heuer eine zufriedenstellende Ertragslage. Zugleich spüren die Unternehmen aber eine nachlassende Nachfrage.

APA (Archiv)

Das geht aus der Sommerausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO hervor, dem Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen. Demnach rechnen 88 Prozent der Unternehmen damit, 2026 eine zumindest zufriedenstellende Ertragslage zu erzielen. Auch dank Preisanhebungen, mit denen die gestiegenen Kosten ausgeglichen wurden. Allerdings verfestigen sich laut WIFO einige Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung, die bereits im Frühjahr sichtbar waren. So erwarten die Unternehmen heuer sinkende Umsätze und leicht rückläufige Investitionen. Die Auslastung der Produktionskapazität dürfte knapp unter 90 Prozent liegen.

Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich eine weitgehende Stagnation. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag in der ersten Jahreshälfte 2026 im Schnitt bei etwas mehr als 18.100 und damit nur um 0,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Unterschiede zwischen den Branchen

Die nachlassende Nachfrage betrifft vor allem Unternehmen im Hochbau sowie im Bereich der Gebäudeinstallation und sonstigen Fertigstellungsarbeiten. Die Tiefbausparte, die heuer noch von den Investitionen im Zusammenhang mit dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) profitiert, weist hingegen stabile Umsätze und eine fast durchwegs zufriedenstellende Ertragslage auf.

Handelskammerpräsident Michl Ebner verweist auf das Potenzial ungenutzter Flächen, um dem Wohnungsmangel in den Südtiroler Städten entgegenzuwirken. Die Freigabe von Arealen wie dem Bozner Bahnhofsareal oder aufgelassenen Kasernen in verschiedenen Gemeinden würde einerseits neue Wohnungen für Familien und Arbeitskräfte ermöglichen. Andererseits trüge sie dazu bei, das Tätigkeits- und Beschäftigungsniveau im Baugewerbe zu sichern.

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