Schützen an Rai Südtirol: Mehr Raum für Landesbewusstsein und Identität

Im Rahmen einer gemeinsamen Marende tauschten sich die Teilnehmer über aktuelle medienpolitische Fragen, die redaktionelle Arbeit von Rai Südtirol und die besondere Stellung des deutschen Rundfunks innerhalb der gesamtstaatlichen Rai-Strukturen aus.
Angespannte Personalsituation
Mahlknecht erläuterte zunächst den organisatorischen Aufbau von Rai Südtirol und dessen Einbindung in den italienischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei verwies sie auch auf die besonderen Herausforderungen, die mit der Gestaltung eines deutschsprachigen Programms innerhalb des gesamtstaatlichen Rai-Verbundes verbunden seien.
Offen angesprochen wurde zudem die angespannte personelle Situation. Der derzeitige Personalstand erschwere sowohl die tägliche redaktionelle Arbeit als auch die Umsetzung neuer Vorhaben. Dennoch gelinge es der Redaktion, eine qualitativ hochwertige Berichterstattung anzubieten, erklärte Mahlknecht.
Rai Südtirol sehe sich einem kritischen, ausgewogenen und überparteilichen Journalismus verpflichtet. Unterschiedliche gesellschaftliche Positionen sollten abgebildet und die Bevölkerung faktenorientiert informiert werden.
Keine Einflussnahme aus Rom
In der anschließenden Diskussion wurde auch die Frage nach der redaktionellen Unabhängigkeit innerhalb des gesamtstaatlichen Rai-Verbundes aufgeworfen. Mahlknecht betonte, dass es bei der Berichterstattung von Rai Südtirol keine Einflussnahme aus Rom gebe. Die Redaktion treffe ihre journalistischen Entscheidungen vollkommen eigenständig.
Vonseiten der Schützen wurde allerdings angemerkt, dass die Berichterstattung über das Schützenwesen teilweise als kritisch wahrgenommen werde. Mit mehreren Beiträgen sei man nicht gänzlich zufrieden gewesen. Der Schützenbezirk werde die Berichterstattung deshalb auch künftig aufmerksam und kritisch verfolgen.
Mehr Südtirol in der Berichterstattung
Gleichzeitig äußerten die Schützen den Wunsch, Themen des Südtiroler Landesbewusstseins, der eigenen Geschichte und der kulturellen Identität künftig stärker im Programm zu berücksichtigen.
Auch eine stärkere Eigenständigkeit von Rai Südtirol wurde zur Sprache gebracht. Eine solche sei für ein autonomes Land angemessen und wünschenswert, hieß es vonseiten des Schützenbezirks.
Das Sommergespräch fand heuer bereits zum vierten Mal statt. Der Schützenbezirk Süd-Tiroler Unterland kündigte an, den Austausch mit Entscheidungsträgern und Meinungsmachern auch in Zukunft fortzusetzen.
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