Trinkwasser-Gipfel: Tirol präsentiert Plan für sichere Versorgung

Im Mittelpunkt des Konzepts stehen mehrere zentrale Bereiche: die weitere gemeindeübergreifende Zusammenarbeit, der Schutz und die Sicherung der Wasserressourcen, ein bewusster Umgang mit Wasser sowie eine laufende Verbesserung der Datengrundlagen.
„Das Tiroler Trinkwasservorsorgekonzept zeigt in komprimierter Form, worauf wir unser Augenmerk richten müssen“, erklärt Geisler. Ziel sei es, die hohe Versorgungsqualität langfristig zu erhalten und die Trinkwasserversorgung klimafit sowie bedarfsgerecht auszurichten.
Gesamtverbrauch gestiegen – Pro-Kopf-Verbrauch gesunken
Der Gesamtbedarf an Wasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist in Tirol in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Während 1986 rund 57,5 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt wurden, sind es heute rund 70 Millionen Kubikmeter. Das entspricht einem Anstieg von knapp 20 Prozent.
Gleichzeitig ist der Verbrauch pro Kopf deutlich zurückgegangen. Wurden 1986 noch rund 300 Liter pro Hauptwohnsitz und Tag verbraucht, sind es heute etwa 250 Liter. Dabei werden auch öffentlich mitversorgte Bereiche wie Gewerbe, Tourismus, Landwirtschaft und Industrie berücksichtigt.
Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, führt den Rückgang auf einen bewussteren Umgang mit Wasser sowie technische Entwicklungen und Effizienzsteigerungen zurück.
Für das Jahr 2050 wird dennoch ein weiterer Anstieg des Gesamtbedarfs prognostiziert. Der Bedarf könnte dann bei rund 76 Millionen Kubikmetern pro Jahr liegen.
96 Prozent der Bevölkerung an öffentliche Versorgung angeschlossen
Die Tiroler Trinkwasserversorgung wird langfristig geplant. Anlagen werden nicht nur für den aktuellen Bedarf, sondern für einen Zeitraum von etwa 50 Jahren ausgelegt. Dabei werden Bevölkerungsentwicklung, Klimaveränderungen und mögliche Erweiterungen berücksichtigt.
Rund 96 Prozent der Bevölkerung sind an öffentliche Wasserversorgungsanlagen angeschlossen. In Tirol sind mehr als 10.000 Quellen bekannt, rund 5.000 davon werden derzeit für die Trinkwasserversorgung genutzt.
Etwa 90 Prozent des Trinkwassers stammen aus Quellen und werden im Untergrund natürlich gefiltert. Die Wasserqualität wird regelmäßig kontrolliert. Zusätzlich spielen Wasserschutzgebiete und die laufende Überwachung der Anlagen eine wichtige Rolle beim Schutz der Ressourcen.
Investitionen für eine sichere Zukunft
Tirol profitiert von seinen natürlichen Voraussetzungen wie der alpinen Landschaft und ausreichenden Niederschlägen. Dennoch seien weitere Schritte notwendig, um die Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen.
„Wir müssen uns aber zukunfts- und klimafit aufstellen und laufend in eine sichere Versorgung investieren. Das vorliegende Trinkwasservorsorgekonzept bietet hier eine wichtige Grundlage“, betont Geisler.






