von lif 28.07.2026 08:22 Uhr

Tirol ruft zur Hepatitis-Vorsorge auf

Eine Hepatitis bleibt oft lange unbemerkt und kann schwere Folgen haben. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages ruft das Land Tirol dazu auf, Vorsorge- und Impfangebote zu nutzen.

Bild: APA/THEMENBILD

Wie das Land mitteilt, wurden in Tirol im vergangenen Jahr 69 Hepatitis-B- und 54 Hepatitis-C-Erkrankungen registriert. Weil viele Infektionen zunächst keine oder nur unspezifische Beschwerden verursachen, werden sie oft spät erkannt. Unter dem Motto „Reden wir Klartext“ informiert das Land daher rund um den Welt-Hepatitis-Tag am heutigen Dienstag, 28. Juli.

Weltweit leben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 300 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis. Jährlich sterben über eine Million Menschen an den Folgen.

Die kostenlose Gesundenuntersuchung für alle Tiroler ab 18 Jahren biete die Möglichkeit, gesundheitliche Risiken früh zu erkennen, betont Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele. Vor allem Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko sollten das Angebot nutzen und eine Hepatitis-Testung in Anspruch nehmen. Hepatitis lasse sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werde. Dafür brauche es aber auch Eigenverantwortung.

Eine oft unterschätzte Gefahr

Hepatitis bezeichnet eine Entzündung der Leber. Meist wird sie durch Viren (Hepatitis A bis E) oder Gifte wie Alkohol ausgelöst. Besonders Hepatitis B und C können laut Land zu schweren Folgeerkrankungen wie einer Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Die gute Nachricht: Gegen Hepatitis A und B schützen Impfungen, und dank moderner Medikamente sind bis zu 95 Prozent der Hepatitis-C-Infektionen mittlerweile heilbar, wenn sie früh erkannt werden. Hepatitis C wird nahezu ausschließlich durch direkten Blutkontakt übertragen. Safer Sex sowie der Verzicht auf gemeinsam genutzte Nadeln und unsterile Instrumente können das Risiko deutlich verringern.

Ein Blick in den Impfpass

Die Hepatitis-B-Impfung biete einen sehr hohen Schutz, erklärt Gesundheitsdirektorin Theresa Geley. Die empfohlene Auffrischung im Schulalter werde derzeit allerdings nur von rund 60 Prozent in Anspruch genommen. Ein Blick in den Impfpass lohne sich daher.

Die Hepatitis-B-Impfung ist Teil des kostenlosen Kinderimpfprogramms und wird im Rahmen der Sechsfach-Impfung verabreicht. Wer seinen Impfstatus nicht kennt oder Impfungen versäumt hat, sollte den Impfpass überprüfen und sich ärztlich beraten lassen.

Die Hepatitis-A-Impfung ist laut Land eine wirksame Reiseimpfung für Aufenthalte in Gebieten mit teils niedrigeren Hygienestandards, etwa in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika. Bereits die erste Dosis biete nach 14 Tagen einen bis zu 95-prozentigen Schutz. Für einen Langzeitschutz sind zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten nötig. Es gibt zudem Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig gegen Hepatitis A und B schützen.

Wer Vorsorgeangebote nutze und mögliche Risikofaktoren früh abklären lasse, schaffe die besten Voraussetzungen, um eine Erkrankung zu verhindern, so Hagele.

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