Brennende Liab, Summerfrisch und viel Gesprächsstoff

„Ziel des Abends ist es, den Begriff Bäuerin zu beleuchten, seine vielfältigen Bedeutungen sichtbar zu machen und einen zeitgemäßen Blick auf die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft zu eröffnen“, so Landesbäuerin Antonia Egger in ihrer Begrüßung. Vertreter aus Landwirtschaft, Politik sowie Partnerorganisationen nutzten den Sommerabend für Austausch und Gespräche. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Sichtbarkeit der Frauen in der Landwirtschaft: Welche Bedeutung haben Frauen auf den Höfen und wie nehmen sie ihre eigene Rolle wahr? „Frauen sind nicht nur das Herz des Hofes, sondern oft auch der Kopf“, sagte Iris Giacomozzi, Bezirksbäuerinnenratsmitglied aus dem Unterland bei der Podiumsdiskussion zum Thema Rollenbilder von Frauen in der Landwirtschaft im Wandel der Zeit. „Wenn ich mich als Bäuerin vorstelle, dann immer mit dem Zusatz, dass ich den elterlichen Hof übernommen habe“, ergänzte sie. Auch Renate Taschler, Bezirksbäuerin vom Pustertal, hat bereits in jungen Jahren den elterlichen Hof übernommen. Sie sieht eine deutliche Entwicklung in der Sichtbarkeit der Bäuerinnen: „Viele Frauen bringen heute wertvolle Erfahrungen, eine gute Ausbildung und oft auch finanzielle Möglichkeiten mit. Damit sind sie eine tragende Säule und vielfach unverzichtbar für den Hof.“ Anna Rottensteiner, Jungbäuerin aus Lana und Mitarbeiterin am Forschungszentrum Laimburg, machte deutlich, dass jungen Frauen nach wie vor manchmal weniger Kompetenzen zugeschrieben werden: „Das ist nicht mehr zeitgemäß. Ohne die Frauen wäre die Landwirtschaft um viele Perspektiven ärmer.“
Unterstützung erhielt diese Botschaft auch von Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit: „Es geht um Sichtbarkeit und Mitsprache. Daran müssen wir gemeinsam weiterarbeiten.“
Mit einer humorvollen Einlage griff Theaterspielerin Helene Mittersteiner die Eigenheiten des Lebens als Bäuerin auf und zeigte auf unterhaltsame Weise deren unverzichtbaren Beitrag zum Hofalltag. Einen besonderen Impuls setzte die junge Kulturschaffende Hannah Tonner mit ihrem Poetry Slam „Hände, die Leben geben“. Neben den inhaltlichen Denkanstößen bot der Abend viel Raum für persönliche Begegnungen und Gespräche.Â
Musikalisch begleitet wurden der Abend von Popmusiker Michael Aster aus Südtirol und kulinarisch von Aus.unserer.Hand-Bäuerin Mathilde Wieser Reichhalter. Zusätzlich gab es „Summerfrisch“ und „Brennende Liab“, zwei Bäuerinnencocktails, eigens kreiert von der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Tisens mit Zutaten vom Hof.
Das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 wird von einer Videoreihe begleitet, die jeden Monat eine Bäuerin aus allen Landesteilen Südtirols zeigt. Die Videos zeigen die Vielseitigkeit der Bäuerinnen, ihren Ideenreichtum und ihren Unternehmergeist. Den Höhepunkt findet das Themenjahr am 15. Oktober, dem Welttag der Landfrauen, mit einer Abschlusstagung an der Laimburg.






