von lif 27.07.2026 12:56 Uhr

Beruf und Familie: Südtirol hinkt hinterher

In Südtirol tun sich viele Familien schwer, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Wie sich das verbessern lässt, war Thema einer Veranstaltungsreihe, die nun zu Ende gegangen ist.

Bild: APA/THEMENBILD

Am vergangenen Mittwochabend, 22. Juli, fand in den Roner Brennereien in Tramin das Abschlusstreffen der diesjährigen „Zukunftswerkstatt Südtirol“ statt. Neben der Rolle von Frauen in der Arbeitswelt wurde dabei ausgiebig über die Herausforderungen und Chancen einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Die Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte zähle zu den größten Herausforderungen für die Unternehmen, betonte Handelskammerpräsident Michl Ebner. Umso wichtiger sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Vereinbarkeit erleichtern und es Frauen ermöglichen, ihre Kompetenzen bestmöglich einzubringen.

Vereinbarkeit sei nicht nur ein Frauenthema, sondern ein Zukunftsthema für die Wirtschaft, ergänzte Karin Roner, Geschäftsführerin der Roner AG. Eine Unternehmenskultur, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtige, stärke nicht nur die Mitarbeitenden, sondern das gesamte Unternehmen.

Südtirol nur im unteren Mittelfeld

Mia Koncul vom WIFO, dem Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen, referierte über die aktuelle Lage. Demnach geben nur 47,5 Prozent der erwerbstätigen Personen mit Kindern an, Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren zu können. Für die übrigen Familien erfordere die Organisation des Alltags ein hohes Maß an Zeit, Energie und organisatorischem Geschick. Im Vergleich zu den anderen italienischen Regionen und Provinzen reiht sich Südtirol beim Angebot für frühkindliche Betreuung und bei den Ganztagsschulen laut WIFO eindeutig im unteren Mittelfeld ein.

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