von mmh 23.07.2026 18:39 Uhr

Rentenansprüche und Pflegearbeit: AEB fordert gerechtere Lösungen

Der Verein AEB – Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung VFG fordert, pflegende Angehörige von Menschen mit Behinderung stärker bei der Rentenabsicherung zu berücksichtigen. Die derzeitige Diskussion über die Anerkennung von Erziehungszeiten greife aus Sicht des Vereins zu kurz.

(Bild: AEB/KI-generiert)

Die Anerkennung von Erziehungszeiten sei zwar ein wichtiger Schritt für mehr soziale Gerechtigkeit und eine bessere Würdigung von Care-Arbeit, erklärt der AEB. Gleichzeitig würden Eltern von Kindern mit schwerer Behinderung häufig über Jahrzehnte hinweg intensive Betreuungs- und Pflegearbeit leisten.

Viele Mütter und Väter würden ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihre Erwerbstätigkeit vollständig aufgeben, um die notwendige Pflege und Begleitung ihres Kindes sicherzustellen. Laut AEB seien die Folgen geringe Rentenansprüche und ein erhöhtes Armutsrisiko im Alter.

Besonders Frauen betroffen

Besonders betroffen seien Mütter, die ihre Kinder oft ein Leben lang begleiten würden. Endet diese Betreuung durch den Tod des Kindes oder komme es zu einer Trennung oder Scheidung, stünden viele Frauen laut Verein ohne ausreichende soziale Absicherung oder mit einer existenzgefährdend niedrigen Pension da.

„Wer jahrzehntelang eine Pflegeleistung übernimmt, die ansonsten der Staat finanzieren müsste, darf im Alter nicht bestraft werden. Pflegearbeit ist gesellschaftlich unverzichtbar und muss endlich auch pensionsrechtlich anerkannt werden“, betont Angelika Stampfl, Präsidentin des AEB.

Der Verein fordert deshalb, dass pflegende Angehörige von Menschen mit Behinderung sowohl bei der Anerkennung von Pflegezeiten für einen vorzeitigen Pensionsanspruch als auch bei der rentenmäßigen Absicherung von Pflegezeiten ausdrücklich und ausreichend berücksichtigt werden.

AEB: Pflege dauert oft Jahrzehnte

„Pflege endet in unseren Familien nicht nach einem oder fünf Jahren“, erklärt der Verein. Bei Menschen mit schwerer Behinderung dauere die Betreuung häufig Jahrzehnte und sei vielfach mit einer Verantwortung rund um die Uhr verbunden.

Diese Leistung erspare der öffentlichen Hand laut AEB erhebliche Kosten und ermögliche vielen Menschen mit Behinderung überhaupt erst ein würdevolles Leben im sozialen Umfeld.

Der Verein fordert Landes- und Staatspolitiker auf, die laufende Diskussion über Rentenregelungen zu nutzen, um Modelle zu entwickeln, die auch die Lebensrealität pflegender Angehöriger von Menschen mit Behinderung berücksichtigen.

Eine gerechte Pensionsregelung dürfe diese Familien nicht länger ausblenden, heißt es abschließend vom AEB. Pflegearbeit sei Arbeit und verdiene Anerkennung, Respekt sowie eine angemessene soziale Absicherung im Alter.

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