Arbeitnehmer blicken zuversichtlicher in die Zukunft

„Die aktuelle Lage stellt sich insgesamt solide dar“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini. Zugleich warnt er davor, die mittelfristigen Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren: Der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitskräfteangebots und die nur verhalten steigende Arbeitsproduktivität dämpften die Wachstumsperspektiven. Die Zwischenbilanz zur Jahresmitte fällt zufriedenstellend aus. In den ersten sechs Monaten waren im Schnitt 234.386 Personen unselbstständig beschäftigt, ein Plus von zwei Prozent. Rund 40 Prozent des Zuwachses entfielen dabei auf das Gastgewerbe. Die Arbeitslosenrate liegt bei niedrigen 1,9 Prozent, im Tourismus stiegen die Übernachtungen in den ersten fünf Monaten um 4,4 Prozent.
Entsprechend optimistisch blicken die Befragten nach vorne: 30 Prozent erwarten für die kommenden zwölf Monate eine Verbesserung der Südtiroler Wirtschaft, 58 Prozent eine unveränderte Lage. Auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sinkt erneut, berichtet das AFI. Aufgehellt hat sich zudem die finanzielle Lage der Haushalte. 25 Prozent geben an, mit ihrem Einkommen schwer über die Runden zu kommen, der beste Wert seit der Corona-Pandemie.
Für 2026 hält das AFI damit ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent für Südtirol weiterhin in Reichweite. Als größten Risikofaktor nennt das Institut die Entwicklung der Öl- und Gaspreise: Ein erneuter Preisschub könnte die Inflation anheizen und den Konsum belasten. Hinzu kommt eine voraussichtlich schwache Exportdynamik. „Unter Südtirols Arbeitnehmern überwiegt weiterhin eine optimistische Grundhaltung“, betont AFI-Präsident Stefano Mellarini. Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof verweist auf die Inflationsanpassung der Löhne von rund 44.000 öffentlich Bediensteten, mahnt aber weitere Schritte an. Es brauche flexiblere Arbeitszeitmodelle, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie erstklassige Weiterbildung.






