von ih 15.07.2026 18:39 Uhr

Hochspannungsprojekt im Eisacktal auf Zielgeraden

Das Genehmigungsverfahren für die umfassende Neuordnung des Hochspannungsnetzes im Eisacktal ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Seit Dienstag liegen die Projektunterlagen in den betroffenen Gemeinden für 30 Tage öffentlich auf. Bürgerinnen und Bürger sowie Grundeigentümer können in diesem Zeitraum Einsicht nehmen und prüfen, ob ihre Grundstücke vom Vorhaben betroffen sind.

262,5 Kilometer Freileitungen und 1265 Strommasten im Eisacktal sollen verschwinden. Für das große Energieinfrastrukturprojekt läuft nun die 30-tägige Frist zur Einsicht in die Projektunterlagen in den betroffenen Gemeinden. - Foto: LPA/Fabio Brucculeri.

Das Großprojekt zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturmaßnahmen im Energiebereich in Südtirol. Ziel ist es, die Stromversorgung langfristig sicherer und leistungsfähiger zu machen und gleichzeitig das Landschaftsbild deutlich zu entlasten. Insgesamt sollen rund 262,5 Kilometer bestehende Freileitungen abgebaut und 1265 Strommasten entfernt werden.

Landeshauptmann Arno Kompatscher bezeichnet das Vorhaben als eines der größten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahrzehnte sowie als eines der umfangreichsten Genehmigungsverfahren in der Geschichte Südtirols. Mit der nun erfolgten Veröffentlichung der Unterlagen sei ein wichtiger Meilenstein erreicht. Auch Umwelt- und Energielandesrat Peter Brunner betont die Bedeutung des Projekts für die Versorgungssicherheit. Das modernisierte Stromnetz werde widerstandsfähiger und trage dazu bei, Energieverluste zu reduzieren.

Die endgültigen Projektunterlagen wurden vom staatlichen Netzbetreiber Terna an die betroffenen Gemeinden übermittelt. Mit der öffentlichen Auflage tritt das vom italienischen Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit Ende Mai eingeleitete Genehmigungsverfahren in seine abschließende Phase ein.

Für Flavio Ruffini, Direktor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, bringt das Projekt nicht nur Vorteile für die Energieversorgung, sondern auch für Natur und Landschaft. Der Abbau der zahlreichen Freileitungen und Strommasten stelle einen wichtigen Beitrag zur landschaftlichen Aufwertung und zur Entlastung der Umwelt dar.

Bereits Mitte Juni hatten Landesrat Brunner und Vertreter von Terna den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden den aktuellen Stand des Verfahrens vorgestellt und über die nächsten Schritte informiert.

Nach Ablauf der 30-tägigen Einsichtsfrist werden mögliche Einwände geprüft. Anschließend soll das staatliche Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden. Danach kann Terna die konkrete Planung und Umsetzung des Projekts weiter vorantreiben.

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