Rosmarin: Mediterranes Kraut mit Geschichte und Heilkraft

Der Name Rosmarin bedeutet übersetzt „Tau des Meeres“ und verweist auf seine ursprüngliche Heimat an den Küsten des Mittelmeers. Der immergrüne Strauch ist optimal an das warme, trockene Klima angepasst: Seine schmalen, wachsüberzogenen Blätter schützen ihn vor dem Austrocknen. Seinen charakteristischen Duft verdankt Rosmarin ätherischen Ölen wie Cineol, Campher, Terpineol und Alpha-Pinen.
„Sie erzeugen das charakteristische intensiv-würzige, leicht scharfe Aroma mit einer Note von Kampfer und Kiefer und sind zudem arzneilich wirksam“, erklärt Ernährungsexpertin Silke Raffeiner von der Verbraucherzentrale Südtirol. Auch sortenreiner Rosmarinhonig zeichne sich durch ein besonders kräftiges Aroma aus.
Lange Zeit war Rosmarin vor allem als Heilpflanze bekannt. Erst ab dem 18. Jahrhundert fand das Kraut verstärkt seinen Weg in die Küche. Bereits mittelalterliche Kräuterbücher beschrieben seine Anwendung bei Zahnschmerzen, Husten, Bauchbeschwerden und zur Wundbehandlung. Heute ist bekannt, dass Rosmarin krampflösend wirkt, die Gallenproduktion anregt und dadurch bei Blähungen, Völlegefühl und Oberbauchbeschwerden helfen kann. Äußerlich angewendet fördert er die Durchblutung und wird unterstützend bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Allerdings rät die Verbraucherzentrale Schwangeren sowie Menschen mit Leber- oder Gallenerkrankungen und Bluthochdruck von Rosmarin-Anwendungen ab.
In der Küche ist Rosmarin aus der italienischen und französischen Gastronomie kaum wegzudenken. Ob in Focaccia, Ratatouille oder den „Kräutern der Provence“ – das Gewürz verleiht Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchten und sogar Desserts eine intensive, würzige Note. Aufgrund seines kräftigen Aromas sollte Rosmarin jedoch sparsam verwendet werden. Die festen Nadeln entwickeln ihren Geschmack am besten, wenn sie längere Zeit mitgekocht werden.
Auch bei der Lagerung gibt es einige Tipps: Frische Rosmarinzweige halten sich bis zu einer Woche in einem Glas Wasser oder in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks. Wer die Zweige länger im Wasser stehen lässt, kann beobachten, wie sie Wurzeln bilden und sich anschließend als Stecklinge einpflanzen lassen. Getrockneter Rosmarin sollte dagegen lichtgeschützt, kühl, trocken und luftdicht aufbewahrt werden.
Neben Küche und Hausapotheke spielt Rosmarin auch in der Lebensmittelindustrie eine Rolle. Seine Extrakte werden als natürliches Antioxidationsmittel mit der Bezeichnung E 392 eingesetzt. Sie schützen Fette, Öle sowie fettreiche Lebensmittel wie Fleisch oder Käse vor dem Ranzigwerden.






