Italien greift durch: Bis zu 500 Euro Strafe für Urlauber im Bikini

Vor allem an der venezianischen Küste verschärfen immer mehr Gemeinden ihre Regeln. Betroffen sind unter anderem die beliebten Urlaubsorte Cavallino Treporti, Caorle und Eraclea Mare. Dort soll das Tragen von Badebekleidung in Straßen, Gassen und auf öffentlichen Plätzen künftig unterbunden werden. Wie die italienische Zeitung Corriere della Sera berichtet, setzt auch Venedig auf strengere Vorgaben für ein gepflegtes Erscheinungsbild im öffentlichen Raum.
Gemeinden fordern mehr Respekt
Besonders konsequent geht Cavallino Treporti gegen Verstöße vor. Neue Hinweisschilder erinnern Besucher daran, dass „angemessene Kleidung aus Rücksicht auf alle und aus Gründen der öffentlichen Ordnung erforderlich“ sei. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe zwischen 25 und 500 Euro rechnen.
Bürgermeisterin Roberta Nesto betont, dass die Maßnahmen nicht die Freiheit der Urlauber einschränken sollen. Vielmehr gehe es darum, Respekt gegenüber den Orten und deren Bewohnern einzufordern. Die Gemeinde sei schließlich nicht nur ein Ferienziel, sondern auch Lebensmittelpunkt der Einheimischen.
Auch Caorle verschärft die Regeln
Ähnliche Maßnahmen gelten inzwischen auch in Caorle. Vor allem in der historischen Altstadt werden Touristen ausdrücklich aufgefordert, nicht ohne Shirt oder in Badebekleidung unterwegs zu sein.
Vizebürgermeister Luca Antelmo begründet die Regelung mit den Auswirkungen auf das Ortsbild: „Es ist unangenehm für Verwaltung, Anwohner und Händler, Menschen ohne Hemd auf den Straßen zu sehen.“
Nicht alle Badeorte ziehen jedoch mit. In Jesolo und Bibione gibt es derzeit keine vergleichbaren Kleidungsvorschriften. Jesolos Bürgermeister Christofer De Zotti sieht aktuell keinen Anlass für zusätzliche Regeln.
Auch Raucher müssen aufpassen
Nicht nur Badebekleidung kann im Italien-Urlaub teuer werden. Auch Raucher müssen an Teilen der venezianischen Küste mit Strafen rechnen.
In Jesolo ist das Rauchen inzwischen auf der gesamten Sandfläche des Strandes verboten. Wer dennoch zur Zigarette greift, muss mit einer Geldstrafe von 50 Euro rechnen. Die Maßnahme soll sowohl die Gesundheit der Badegäste schützen als auch die Umwelt entlasten. Millionen von Zigarettenstummeln würden ansonsten jeden Sommer im Sand zurückbleiben.
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