von mmh 09.07.2026 18:38 Uhr

Südtirol und Niederösterreich ziehen an einem Strang

Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat im Rahmen einer Kulturreise nach Südtirol Landeshauptmann Arno Kompatscher im Landhaus 1 in Bozen getroffen. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Bedeutung starker Regionen innerhalb Europas.

Während ihres Südtirol-Aufenthalts traf sich die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Landeshauptmann Arno Kompatscher zu einem Austausch. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Südtirol und Niederösterreich verbindet eine langjährige Partnerschaft. Beim Treffen betonten Mikl-Leitner und Kompatscher die Rolle der Regionen als wichtige Träger von Innovation und wirtschaftlicher Entwicklung.

Kritik an stärkerer Zentralisierung von EU-Mitteln

Die beiden Landeshauptleute sprachen sich für eine moderne und regional verankerte Kohäsionspolitik der Europäischen Union ab dem Jahr 2028 aus.

Nach Ansicht von Mikl-Leitner und Kompatscher dürften EU-Mittel künftig nicht stärker zentralisiert und über nationale Gesamtpläne abgewickelt werden. Dies könnte zu einer Schwächung der Regionen führen, insbesondere jener Regionen, die bereits wirtschaftlich stark aufgestellt seien.

Die Regionen müssten auch weiterhin direkt mit der Europäischen Kommission verhandeln und ihre Programme eigenverantwortlich umsetzen können, erklärten die beiden Politiker beim Gespräch. Daran nahm auch der Präsident des niederösterreichischen Landtags, Karl Wilfing, teil.

Kulturreise durch Südtirol

Die Delegation aus Niederösterreich war im Rahmen einer mehrtägigen Klubreise des Landtagsklubs der Volkspartei Niederösterreichs in Südtirol unterwegs. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch eines lokalen Unternehmens sowie verschiedener Sehenswürdigkeiten.

Die Gruppe besichtigte den Felsenkeller der Laimburg, unternahm eine Wanderung am Ritten zu den Erdpyramiden und besuchte Schloss Trauttmansdorff. Auch ein Tagesausflug an den Gardasee war Teil des Programms.

Austausch über Tourismus und Nahversorgung

Mit Landesrat Luis Walcher sprach Mikl-Leitner über Tourismus und die gastgewerbliche Nahversorgung in strukturschwachen Gebieten.

Walcher setzt sich für die Förderung von Dorfschank- und Beherbergungsbetrieben ein, die ganzjährig einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung und zum gesellschaftlichen Leben in den Dörfern leisten.

Die niederösterreichische Landeshauptfrau zeigte sich interessiert an diesem Ansatz und erklärte, dass ein ähnliches Modell auch für ihre Region vorstellbar sei.

Zusammenarbeit zwischen Laimburg und Klosterneuburg

Am Treffen im Felsenkeller nahm auch der Bürgermeister von Klosterneuburg teil. In der niederösterreichischen Stadt befindet sich das gleichnamige Versuchszentrum, das eng mit dem Versuchszentrum Laimburg zusammenarbeitet.

Zahlreiche Südtiroler Önologen haben dort bereits ihre Ausbildung absolviert. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen verbindet damit die Weinbau- und Forschungsbereiche der beiden Regionen.

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