von lif 04.07.2026 17:48 Uhr

Abnehmspritze: Wie sie wirkt und wo die Haken sind

Kaum ein Medikament wird derzeit so viel diskutiert wie die sogenannte Abnehmspritze. Sie verspricht, was viele Diäten nicht schaffen: einen deutlichen Gewichtsverlust. Doch wie funktioniert das Mittel, was kostet es und wo liegen die Fallstricke?

Symbolbild Pixabay

Hinter den bekannten Namen Ozempic, Wegovy und Mounjaro stecken Wirkstoffe, die ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurden. Sie ahmen körpereigene Darmhormone nach, die den Appetit dämpfen, das Sättigungsgefühl verstärken und die Magenentleerung verlangsamen. Dadurch isst man weniger und fühlt sich schneller satt. Verabreicht wird das Mittel meist einmal pro Woche mit einem Injektionspen unter die Haut.

Die Zahlen sind beeindruckend. Mit Wegovy verloren Patienten in Studien im Schnitt rund 15 Prozent ihres Körpergewichts. Mit Mounjaro waren es je nach Dosis sogar 20 bis 26 Prozent, der höchste Wert, der je mit einem Medikament erreicht wurde. Für eine Person mit 120 Kilo bedeutet das im Schnitt einen Verlust von etwa 18 Kilo mit Wegovy und bis zu 25 Kilo mit Mounjaro. Damit nähern sich die Mittel den Ergebnissen einer Magenverkleinerung an. Allerdings reagiert nicht jeder gleich, und die Abnahme kommt nach einigen Monaten meist zum Stillstand.

Kein Mittel für ein paar Kilo vor dem Sommer

So wirksam die Spritze ist, sie ist kein Lifestyle-Produkt für die Bikinifigur. Zugelassen ist sie für Menschen mit starkem Übergewicht, also einem Körpermassenindex ab 30, oder ab 27, wenn zusätzliche Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen. Fachleute betonen, dass Fettleibigkeit eine chronische Krankheit ist und die Behandlung langfristig angelegt sein muss, begleitet von einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung.

Günstig ist das nicht. Je nach Mittel und Dosis kostet eine Monatspackung rund 200 bis 500 Euro. Über ein Jahr summiert sich das schnell auf mehrere tausend Euro. Immerhin lassen sich 19 Prozent der Ausgaben von der Steuer absetzen. 

Die Risiken nicht unterschätzen

Nebenwirkungen sind häufig. Vor allem zu Beginn klagen viele über Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Selten, aber ernst sind eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder ein Darmverschluss. Bekannt geworden ist auch das sogenannte Ozempic-Gesicht, bei dem die Haut durch den schnellen Gewichtsverlust schlaffer wirkt und die Person älter aussieht.

Wichtig ist, dass die Abnehmspritze  verschreibungspflichtig ist. Behörden wie AIFA und die europäische Arzneimittelagentur EMA warnen eindringlich davor, die Mittel über nicht autorisierte Onlineshops zu kaufen. Dort drohen Fälschungen, falsche Dosierungen und eine fehlende ärztliche Begleitung. Immer wieder tauchen zudem gefälschte Rezepte auf.

Was passiert, wenn man aufhört?

Ein entscheidender Punkt wird oft übersehen. Setzt man das Mittel ab, kehrt das Gewicht meist zurück. Studien zufolge nehmen Betroffene innerhalb eines Jahres rund 70 Prozent des verlorenen Gewichts wieder zu. Der Grund: Fettleibigkeit ist eine chronische Erkrankung, die Appetit und Stoffwechsel dauerhaft beeinflusst. Ähnlich wie bei Blutdruckmitteln ist die Behandlung deshalb meist auf lange Sicht angelegt.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite