von mmh 27.06.2026 11:21 Uhr

Zeckensaison begonnen: Gesundheitsbehörden schlagen Alarm

Mit den steigenden Temperaturen sind auch die Zecken in Österreich wieder aktiv. Die kleinen Spinnentiere können unter anderem FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose übertragen. Experten raten deshalb dazu, jetzt an den eigenen Impfschutz zu denken.

APA (dpa)

Die Zeckensaison dauert in Österreich in der Regel vom Frühjahr bis in den Spätherbst und hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Auch in Tirol sind Zecken bereits aktiv.

FSME kann schwere Folgen haben

FSME ist eine Viruserkrankung, die Gehirn und Hirnhäute befallen kann. Gegen die Krankheit gibt es seit mittlerweile 50 Jahren eine wirksame Impfung. Sie schützt nicht nur vor einer Infektion, sondern reduziert auch das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich.

„Gegen FSME gibt es keinen besseren Schutz als die Impfung. Ein aktueller Impfstatus verhindert schwere Verläufe und schützt zuverlässig während der gesamten Zeckensaison“, betont Amtsärztin und Impfkoordinatorin Barbara Schmid. Sie empfiehlt, fehlende Auffrischungen möglichst rasch nachzuholen.

Besonders wichtig ist der Schutz für Menschen ab 60 Jahren, da in dieser Altersgruppe das Risiko für schwere Verläufe und mögliche Folgeschäden steigt.

Zecken mittlerweile fast überall anzutreffen

Zecken kommen inzwischen nicht nur in Wäldern vor, sondern auch in höheren Lagen und in städtischen Gebieten. Sie bevorzugen feuchte und schattige Plätze in Gras, Unterholz oder Gebüsch.

Während FSME durch Viren ausgelöst wird, handelt es sich bei Borreliose um eine bakterielle Infektion, die häufig mit Hautveränderungen beginnt und unbehandelt weitere Beschwerden verursachen kann. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit nicht.

Impfquote gesunken

Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) haben zwar rund 80 Prozent der Menschen in Österreich mindestens eine FSME-Impfung erhalten, die Zahl der vollständig Immunisierten ist jedoch auf etwa 60 Prozent gesunken.

Im vergangenen Jahr wurden österreichweit 146 FSME-Fälle gemeldet. Rund 85 Prozent der Erkrankten waren ungeimpft, weitere zwölf Prozent verfügten über keinen regelmäßig aufgefrischten Impfschutz.

So schützen Sie sich vor Zecken

Neben der Impfung können einfache Maßnahmen das Risiko eines Zeckenstichs senken. Experten empfehlen lange, helle Kleidung und geschlossene Schuhe bei Aufenthalten im Freien. Nach jedem Ausflug sollte der Körper gründlich abgesucht werden – besonders bei Kindern.

Zecken setzen sich bevorzugt an warmen und feuchten Körperstellen wie Haaransatz, Nacken, Achselhöhlen, Kniekehlen oder in der Leistengegend fest. Auch Kleidung und Haustiere sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst rasch und vorsichtig mit einer spitz zulaufenden Pinzette nahe an der Haut entfernt werden, ohne das Tier zu zerquetschen. Die Einstichstelle sollte anschließend mehrere Wochen lang beobachtet werden.

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