„Easy Shopping“: Neue Zinsen schockieren Kunden

Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) und das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien informieren über die neuen Entwicklungen und geben zugleich konkrete Verhaltenstipps für Verbraucher.
Neue Zinssätze zwischen 17 und knapp 19 Prozent
Nexi vermarktet sein BNPL-Angebot unter dem Namen „Easy Shopping“. Da viele Südtiroler indirekt Kunden von Nexi sind – zahlreiche Banken nutzen den Anbieter als Herausgeber ihrer Zahlungskarten –, dürften viele Verbraucher in den vergangenen Tagen eine Mitteilung über bevorstehende Vertragsänderungen erhalten haben.
Die neuen Bedingungen treten in zwei Monaten in Kraft und bringen eine grundlegende Umstellung der Kostenstruktur. Bisher wurden fixe Spesen verrechnet, die von der Anzahl der Raten abhingen – je mehr Raten, desto höher die Kosten.
Künftig soll ein einheitlicher Zinssatz gelten, der sich nach dem jeweiligen Kartentyp richtet. Dieser liegt laut Angaben zwischen 17,15 Prozent und 18,73 Prozent.
Zum Vergleich: Bei einem Kauf von 500 Euro und Rückzahlung in drei Raten wurden bisher rund 5,9 Prozent an Kosten verrechnet. Der bisher höchste Zinssatz lag bei 15,91 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten.
Verbraucherschützer warnen vor Risiken
Die Verbraucherzentrale Südtirol und das Europäische Verbraucherzentrum raten dazu, BNPL-Angebote bewusst und vorsichtig zu nutzen. In einer Mitteilung werden mehrere Tipps genannt:
- Budget vorab prüfen und sicherstellen, dass Raten leistbar sind
- Allgemeine Geschäftsbedingungen genau lesen und auf versteckte Kosten achten
- Zahlungsfristen notieren, um Zusatzkosten zu vermeiden
- Nur kaufen, was tatsächlich benötigt wird, um Impulskäufe zu vermeiden
- Nur geprüfte und seriöse BNPL-Plattformen nutzen
- Probleme sowohl dem Verkäufer als auch der Zahlungsplattform melden
„Gefahr, den Überblick zu verlieren“
„Diese Zahlungsart wird laut Erhebungen der italienischen Notenbank immer beliebter. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass Verbraucherinnen und Verbraucher leichter den Überblick über ihre finanziellen Verpflichtungen verlieren, die tatsächliche Höhe ihrer Schulden unterschätzen und Schwierigkeiten haben, mehrere laufende Ratenzahlungen gleichzeitig zu verwalten“, wird Gunde Bauhofer zitiert.
Sie empfiehlt daher besondere Vorsicht – insbesondere vor dem Hintergrund, dass BNPL-Angebote künftig bei manchen Anbietern deutlich teurer werden dürften.
Studie zeigt Unsicherheit bei Konsumenten
Im Rahmen des Projekts „Pronti a contare – zahlreich“ wurden über 2.000 Verbraucher befragt. Diese gaben an, sich im Umgang mit BNPL unsicher zu fühlen, nutzen diese Zahlungsform jedoch gleichzeitig häufiger als noch vor einigen Jahren.
Die Verbraucherzentrale und das Europäische Verbraucherzentrum betonen deshalb die Bedeutung von Information und Aufklärung über Funktionsweise und Risiken.
Hilfe bei Problemen
Bei Streitfällen mit Online-Käufen bietet das Europäische Verbraucherzentrum Italien kostenlose Unterstützung bei Anbietern aus der EU sowie Island, Norwegen und dem Vereinigten Königreich.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines Schlichtungsverfahrens über das von der Verbraucherzentrale eingerichtete Portal onlineschlichter.it, das eine außergerichtliche Lösung von Verbraucherstreitigkeiten im Onlinehandel ermöglicht.






