von mmh 20.06.2026 17:10 Uhr

Nach Messerattacke in Salurn: Diskussion um Sicherheit entbrannt

Eine Messerattacke am Rande eines Festes in Salurn beschäftigt weiterhin Politik und Ermittlungsbehörden. Während die Aufklärung des Vorfalls noch läuft, sorgt die politische Einordnung der Landesregierung für neue Diskussionen. Das geht aus einer Antwort von Landesrätin Ulli Mair auf eine Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit hervor.

Landesrätin Ulli Mair - Foto: LPA/Fabio Brucculeri

Bei dem Vorfall in der Nacht auf den 24. Mai wurde ein 18-Jähriger mit einem Messer attackiert und durch eine Schnittverletzung von sieben bis acht Zentimetern verletzt. Er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der mutmaßliche Täter konnte zunächst flüchten, wurde später jedoch von den Carabinieri ausgeforscht. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an, ein möglicher Zusammenhang mit dem Drogenmilieu wird laut Medienberichten geprüft.

Ermittlungen noch offen – Land verweist auf Regierungskommissariat

Zur aktuellen Lage gibt es auf Landesebene weiterhin keine neuen Erkenntnisse. Die Anfrage wurde nach Eingang an das Regierungskommissariat weitergeleitet, eine Rückmeldung liegt bislang nicht vor.

Damit bleibt der Ermittlungsstand weiterhin Aufgabe der zuständigen Sicherheitsbehörden.

Streitpunkt Migration und Gewaltkriminalität

In der Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit wurde auch die Frage nach Gewaltkriminalität im Zusammenhang mit Ausländern beziehungsweise Personen mit Migrationshintergrund gestellt.

Landesrätin Ulli Mair verweist in ihrer Antwort auf bestehende Präventions- und Integrationsarbeit, fordert aber zugleich auch „die konsequente Abschiebung von Straftätern und illegal aufhältigen Personen“ sowie ein Umdenken im Umgang mit unkontrollierter Zuwanderung.

Gleichzeitig wird betont, dass das Land Südtirol in diesem Bereich nur eingeschränkt zuständig sei. Als konkrete Handlungsmöglichkeiten nennt die Landesregierung unter anderem das kürzlich verabschiedete Landesgesetz zur Ortspolizei.

Sicherheit bei Festen: Verantwortung bei Veranstaltern

Auch die Sicherheit bei traditionellen Festen und Vereinsveranstaltungen war Teil der Anfrage. Laut Landesregierung basieren viele Veranstaltungen auf wiederkehrenden Erfahrungswerten, da sie jährlich stattfinden.

Die Veranstalter erstellen Sicherheitspläne, die anschließend mit Gemeinden, Sicherheitskräften, Feuerwehr und Rettungsdiensten abgestimmt werden. Ziel sei es, Maßnahmen auf das notwendige Maß zu beschränken, da alle beteiligten Stellen auch eigene Ressourcen einbringen müssten. Bei größeren Veranstaltungen erfolgt die Abstimmung zusätzlich im Landeskomitee für öffentliche Sicherheit.

Keine zusätzlichen Landesmittel für Sicherheitskosten

Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für Sicherheitsmaßnahmen bei Vereinsveranstaltungen ist derzeit nicht vorgesehen.

Die Verantwortung für die Sicherheit liege grundsätzlich bei den Veranstaltern selbst, heißt es in der Antwort von Landesrätin Ulli Mair. Viele Veranstaltungen dienten zudem der Finanzierung der eigenen Vereinstätigkeit und seien damit zumindest indirekt wirtschaftlich geprägt. Eine einheitliche Lösung für alle Fälle sei daher schwierig umzusetzen.

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