Große Ehre für Innsbrucker Schauspieler: Harald Windisch erhält Landespreis

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird auf Vorschlag einer vom Land Tirol eingesetzten Jury vergeben. Die offizielle Verleihung findet am 22. September 2026 im Rahmen des „Fest der Kultur“ in Innsbruck statt.
Auszeichnung für jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen
Kulturreferent Landeshauptmann Anton Mattle begründet die Entscheidung mit der besonderen künstlerischen Leistung des Preisträgers. Der Preis wurde anlässlich der Verleihung des europäischen Kulturpreises an Tobias Moretti initiiert, um den professionellen Bereich der darstellenden Künste stärker in den Fokus zu rücken und künstlerische Weiterentwicklung zu fördern.
„Mit Harald Windisch holen wir einen Künstler vor den Vorhang, der seit Jahrzehnten mit beeindruckender Vielseitigkeit und künstlerischer Tiefe das Theaterleben weit über Tirol hinaus prägt“, so Mattle. Seine Arbeit stehe beispielhaft für die Innovationskraft und Qualität der darstellenden Künste in Tirol.
Von Innsbruck auf große Bühnen im deutschsprachigen Raum
Seit Ende der 1980er-Jahre prägt Harald Windisch die Innsbrucker Theaterlandschaft, unter anderem am Kellertheater, im Treibhaus sowie am Tiroler Landestheater. Seine Karriere führte ihn anschließend an zahlreiche renommierte Bühnen, darunter das Münchner Volkstheater, das Berliner Ensemble, das Theater in der Josefstadt, die Vereinigten Bühnen Bozen sowie zu den Bregenzer Festspielen und in freie Produktionen in Wien.
Besonders bekannt wurde er unter anderem durch seine Rolle in „Gegen die Wand“, die er über zehn Jahre auf der Bühne verkörperte. Gleichzeitig blieb er seiner Heimat Tirol künstlerisch stets verbunden.
Auch in Film und Fernsehen ist Windisch präsent. Zu seinen Arbeiten mit Tirolbezug zählen unter anderem „Der Stille Berg“, „Das Wunder von Wörgl“, „Märzengrund“ sowie verschiedene Landkrimis aus Nord- und Südtirol.
Jury würdigt Präzision und Vielseitigkeit
In der Jurybegründung heißt es zusammengefasst, Harald Windisch erhalte den ersten Tiroler Landespreis für Darstellende Künste, weil er seit Jahrzehnten Maßstäbe in der Schauspielkunst setze. Besonders hervorgehoben werden seine unaufgeregte Präzision, seine Präsenz sowie seine feinnervige Darstellungskunst.
Windisch gelinge es, Figuren mit klarer Kontur und tiefem Einfühlungsvermögen zu gestalten, ohne sie zu vereinfachen. Seine Karriere bewege sich zwischen großen Bühnen im deutschsprachigen Raum und der freien Szene, zwischen Theater, Film und Fernsehen. Seine Darstellungen überzeugten durch subtile Tiefe und zeitlose Wahrhaftigkeit.
Acht Nominierte für den neuen Landespreis
Für den „Preis des Landes Tirol für Darstellende Künste – Tobias Moretti Preis“ wurden insgesamt acht Personen nominiert. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Bernadette Abendstein, Elia Ritter, Esther Fromann, Harald Windisch, Julia Posch, Lisa Wentz, Manfred Schild und Susi Weber.
Landeshauptmann Mattle betont dazu, die Vielzahl und Qualität der Nominierungen zeige die lebendige und vielfältige Kulturlandschaft in Tirol. Allen Nominierten gelte großer Dank für ihr Engagement und ihre Kreativität.
Hintergrund zum Preis
Der Preis kann an Persönlichkeiten vergeben werden, die im Bereich der darstellenden Künste – darunter Schauspiel, Musiktheater, Dramaturgie, Regie oder Bühnendichtung – tätig sind und durch Geburt, Wohnsitz oder künstlerisches Schaffen mit Tirol verbunden sind.
Die Entscheidung trifft eine vom Land Tirol eingesetzte Jury, die aus fünf Mitgliedern aus Kultur, Medien und Feuilleton besteht und jeweils für sechs Jahre bestellt wird. Aktuell gehören ihr Karin Bergmann, Christine Dössel, Joachim Leitner, Martin Leutgeb und Martin Sailer an. Tobias Moretti ist als beratendes Mitglied Teil der Jury.






