von lif 18.06.2026 11:25 Uhr

„Kriminelle bestrafen, nicht Lokale“: STF gegen Schließung von Lokalen

Mehrere Südtiroler Nachtlokale mussten zuletzt auf Anordnung des Quästors schließen. Die Süd-Tiroler Freiheit sieht darin einen besorgniserregenden Trend und warnt vor einem Aus für das Nachtleben.

Bild: (Symbolbild/APA/AFP)

Innerhalb weniger Wochen traf es laut der Partei zunächst den Après-Club in Gargazon, dann die Diskothek Hölle in Schlanders und nun den Club Max in Brixen. Für den Landtagsabgeordneten Hannes Rabensteiner ist das ein Alarmsignal: „Es entsteht der Eindruck, dass immer öfter die Betreiber von Nachtlokalen für das Fehlverhalten einzelner Besucher bestraft werden.“ Das gefährde das ohnehin schrumpfende Nachtleben. „Wo soll sich unsere Jugend künftig noch treffen, wenn immer mehr Lokale zusperren müssen?“

Aktuell betroffen ist der Club Max in Brixen, der für zwei Wochen geschlossen wurde. Anlass sind laut Medienberichten gewalttätige Vorfälle, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Diese sollen sich allerdings nicht im Lokal selbst, sondern auf dem öffentlichen Parkplatz davor ereignet haben. Für den Betrieb bedeutet die Schließung offenbar einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Rabensteiner zeigt Verständnis für die Betreiber: „Viele Lokale bemühen sich um Sicherheit und setzen ausgebildetes Sicherheitspersonal ein. Trotzdem lassen sich Vorfälle nicht immer vollständig verhindern, schon gar nicht außerhalb des Lokals.“ Für das Verhalten Einzelner dürfe nicht pauschal ein ganzer Betrieb verantwortlich gemacht werden.

Bestraft würden am Ende nicht nur die Betreiber, sondern auch viele anständige Jugendliche. Zum Vergleich greift der Abgeordnete zu einem Bild: „Eine ganze Zuglinie wird auch nicht eingestellt, nur weil einige wenige Schwarzfahrer am Bahnhof kein Ticket gekauft haben.“

Forderung an die Landesregierung

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die Landesregierung auf, das Gespräch mit dem Quästor zu suchen und gemeinsam ausgewogene Lösungen für das Nachtleben zu finden. Sicherheit müsse gewährleistet sein, dafür sei aber auch das staatliche Sicherheitspersonal verantwortlich. Funktionierende Betriebe und unbescholtene Jugendliche dürften nicht die Leidtragenden sein.

„Wir brauchen klare Regeln, aber auch Augenmaß. Wer Gewalt ausübt, muss die Konsequenzen tragen“, so Rabensteiner. Dabei dürfe man aus seiner Sicht auch nicht verschweigen, dass solche Gewalttaten nach seiner Wahrnehmung „sehr oft von Ausländern“ ausgingen und nicht von einheimischen Jugendlichen. Hier müsse der Staat konsequent durchgreifen. Zugleich dürfe es nicht dazu kommen, „dass ganze Betriebe wirtschaftlich ruiniert werden und unserer Jugend immer mehr Ausgehmöglichkeiten verloren gehen“. 

„Kriminelle bestrafen, nicht Lokale“

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