Inflation zog im Mai deutlich an

Konkret legten die nach europäischem Standard erhobenen Verbraucherpreise (HVPI) im Mai im Jahresvergleich zu. Das Statistikamt ISTAT korrigierte seine vorläufige Schätzung am Dienstag nach unten: Statt der zunächst gemeldeten 3,3 Prozent stieg die Jahresrate auf 3,2 Prozent. Im Monatsvergleich kletterten die Preise um 0,3 Prozent. Trotz der leichten Korrektur bleibt der Trend deutlich: Die revidierte Jahresrate von 3,2 Prozent bedeutet eine klare Beschleunigung gegenüber den 2,8 Prozent im April. Damit liegt die Inflation auf dem höchsten Stand seit September 2023.
Hauptverantwortlich für den Anstieg waren die gestiegenen Preise für Energie und unverarbeitete Lebensmittel. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Auswirkungen des Iran-Kriegs sowie die Sperrung der Straße von Hormus, die die Energiepreise nach oben trieb. Auch Dienstleistungen rund um Transport, Freizeit, Kultur und Körperpflege verteuerten sich. Bremsend wirkten dagegen die Lebensmittelpreise, deren Anstieg sich verlangsamte.
Ein differenzierteres Bild zeigt die sogenannte Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für frische Lebensmittel und Energie ausklammert. Sie lag im Mai beim HVPI bei lediglich 1,8 Prozent. Das deutet darauf hin, dass der Preisschub vor allem von den Energiekosten ausgeht.
Deutlich über dem EZB-Ziel
Mit 3,2 Prozent liegt Italien klar über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank, die mittelfristig eine Rate von zwei Prozent anstrebt. Auch andere große Länder der Eurozone meldeten zuletzt höhere Werte, etwa Spanien mit 3,6 Prozent und Frankreich mit 2,8 Prozent.
Als Reaktion auf den allgemeinen Preisdruck hatte die EZB ihre Leitzinsen im Juni erstmals seit Jahren wieder angehoben.Â






