von lif 17.06.2026 15:24 Uhr

FPÖ wehrt sich gegen geplante Schließung von Tiroler Bezirksgerichten

Vier Tiroler Bezirksgerichte stehen offenbar vor dem Aus. Die FPÖ läuft dagegen Sturm und bringt nun einen Dringlichkeitsantrag ein. Konkret geht es laut FPÖ um die Bezirksgerichte in Landeck, Telfs, Silz und Rattenberg. Diese sollen aus Sicht der Partei auf Betreiben von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) aus Budgetgründen geschlossen werden. Für FPÖ-Landesparteiobmann und Klubobmann Markus Abwerzger wäre das „ein Schlag ins Gesicht des ländlichen Raums“.

Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger - Bild: APA/EXPA/JOHANN GRODER

„Es ist ein Skandal, dass der Bund auch im Justizbereich Tirol wieder an der Nase vorführt. Das ist Zentralismus pur auf Kosten der Menschen im ländlichen Raum“, kritisiert Abwerzger in einer Aussendung. Bezirksgerichte seien eine wichtige Anlaufstelle für die Bevölkerung vor Ort. Scharfe Worte richtet die FPÖ auch an Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP). Dieser müsse endlich Verantwortung übernehmen und Tirols Interessen in Wien vertreten. „ÖVP-Landeshauptmann Mattle darf sich hier nicht dauernd die Butter vom Brot schmieren lassen. Er muss endlich in Wien für sein Bundesland einstehen und diesen Schließungsplänen einen Riegel vorschieben“, so Abwerzger.

Für die FPÖ steht dabei mehr auf dem Spiel als einzelne Standorte. „Bürgernähe ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Rechtswesen. Wer Gerichte im ländlichen Raum dichtmacht, schwächt den Rechtsstaat vor Ort“, warnt der Landesparteiobmann.

Abwerzger ruft alle Tiroler Mandatare unabhängig von der Parteizugehörigkeit dazu auf, gemeinsam gegen die Pläne aus Wien vorzugehen. „Tirol darf nicht länger als Selbstbedienungsladen für Wiener Sparpläne herhalten.“ Als „Nagelprobe“ sieht er die Zustimmung der anderen Parteien zum Dringlichkeitsantrag der FPÖ.

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